Studieren in Deutschland

Wer sich dafür entscheidet zu studieren, muss sich natürlich auch irgendwann entscheiden, wo. Für einige mag dabei gleich der Entschluss feststehen, dass sie im Ausland studieren möchten. Aber die Mehrheit der deutschen Studieninteressierten bleibt dann doch erst einmal hier – schließlich gibt es ja noch Auslandssemester und andere Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes im Laufe des Studiums. Damit beginnen aber gleich die nächsten Rätselspiele: In welcher Stadt, an welcher Uni, wie bezahle ich das, wo wohne ich und welches Fach überhaupt? Eins nach dem anderen, wir haben die Antworten.

Deutschland hat über 400 Hochschulen – Universitäten, Fachhochschulen und Akademien, staatlich und staatlich anerkannte, private und kirchliche getragene. Diese Menge an Hochschulen produziert eine noch enormere Menge an Studiengängen – kein Wunder also, dass dir die Wahl unter Umständen nicht leichtfällt. Und dann gibt es auch noch verschiedene Formen, etwas zu studieren, nämlich in Vollzeit, in Teilzeit, als Fernstudium, als berufsbegleitendes Präsenzstudium oder in einem dualen Studium. Und danach hat man dann meistens einen Bachelor, aber was für einen genau? Fangen wir bei der Frage an, die du dir vermutlich als erstes stellen wirst: Was möchte ich studieren?

Welches Fach?

Studieninteressierter stellt sich viele Fagen zum StudiumWer die Wahl hat, hat die Qual. Denn es gibt zwar Zulassungsbeschränkungen in Form von NC und Bewerbungsverfahren, aber eben gleichzeitig – je nach der Quelle, die du befragst – um die oder sogar mehr als 20 000 Studiengänge in Deutschland (Stand: Juli 2020). Ob Wirtschaft, Medien, Ingenieurwesen, Geisteswissenschaften, Kunst & Kultur, Pädagogik, Jura oder Medizin: Für so ziemlich alle Interessen und Stärken gibt es ein Feld und in diesem Feld wiederum unterschiedliche Spezialisierungen. Praktischerweise haben wir dir direkt auf diesem Portal über 100 Studiengänge aus 15 Fachbereichen zusammengestellt, damit du dich bestens für deine Entscheidung informieren kannst. Für einen schnellen Überblick haben wir dir unsere Studiengänge von A-Z gleich hier aufgelistet. Auch unser Artikel "Welches Studium passt zu mir?" könnte eine Hilfe für dich sein.

Bei vielen unserer ausführlichen Beschreibungen eines Studiengangs verweisen wir dich außerdem auf eines oder mehrere unserer Partnerportale, die sich noch einmal eingehend und ganz detailliert mit bestimmten Studienrichtungen beschäftigen. Dort versorgen wir dich dann zusätzlich mit genauen Informationen, wo du was in welcher Form studieren kannst. Damit sind wir schon beim nächsten Punkt: Wie möchte ich studieren und was für ein Abschluss wartet auf mich?

Alle Studiengänge von A-Z

Mit welchem Abschluss und in welcher Form?

Ein grundständiges Studium, also ein Studium, das dich zu deinem ersten akademischen berufsbefähigenden Abschluss führt, endet seit dem Bologna-Prozess in Deutschland (und in Europa) in den meisten Fällen in einem Bachelorabschluss. Manchmal wirst du noch das Diplom finden, zum Beispiel im Ingenieurwesen oder in künstlerischen Fächern. Das Staatsexamen gibt es in Fächern wie Jura und Medizin, mitunter auch noch bei Studiengängen auf Lehramt. Den Magister wirst du nur noch ganz vereinzelt antreffen, häufiger aber, falls du dich für ein Studium in Österreich entscheiden solltest.

Beim Bachelor selbst wird zwischen verschiedenen Studienausrichtungen unterschieden: Ein naturwissenschaftlicher Bachelor trägt in der Regel das Kürzel „Sc.”, was für „Science“ steht. Ein Bachelor of Arts, also ein B.A. hört sich – buchstäblich – künstlerisch an, es gibt ihn aber für ganz viele andere Fächer, die nicht unbedingt viel mit Kunst zu tun haben. Du erhältst ihn etwa für ein geisteswissenschaftliches Studium oder ein Studium im Bereich der Wirtschaftswissenschaften, generell für vieles, was nicht „harte Science“ ist. Darüber hinaus gibt es noch den Bachelor of Engineering, der, es ist naheliegend, im Ingenieurwesen zum Tragen kommt. Hinzu kommen noch einige andere Richtungen, wie etwa der Bachelor of Education für das Lehramt und pädagogische Studiengänge oder der Bachelor of Fine Arts im Bereich Design und (bildender) Kunst. Detaillierte Informationen hierzu findest du auf unserer Seite zu den unterschiedlichen Bachelorabschlüssen.

Jetzt weißt du also, auf welchen Abschluss du hinarbeitest und warum er wie heißt. Nun gibt es aber verschiedene Formen des Studiums, um die gleiche Art von Abschluss zu erreichen.

Vier Studierende gehen durch UniversitätsgebäudeDas Vollzeitstudium kennst du wahrscheinlich schon, du lebst und atmest 24/7 Wissen und Bücherstaub, trinkst drei Liter Kaffee am Tag und diskutierst bis spät in die Nacht mit deinen Kommiliton/innen über dein letztes Seminar. Naja, so in etwa. Aber es stimmt schon, dass ein Vollzeitstudium praktisch ein Vollzeitjob ist, dem du den größten Teil deines Tages widmest.

Anders sieht es bei einem berufsbegleitenden Studium oder einem Fernstudium aus, das du an Abenden und Wochenenden absolvierst, ganz virtuell aus der Ferne und/oder mit Präsenzveranstaltungen. Diese Form ist zwar bei Abiturient/innen nicht so weit verbreitet, denn Fernstudiengänge sind in der Regel eher für Berufstätige konzipiert und bieten dir neben dem reinen Lernen nicht viel Studentenleben. Als Option kannst du sie aber natürlich trotzdem im Kopf behalten, auch für den Fall, dass du dich (erst einmal) für eine Ausbildung entscheidest. Viele detaillierte Informationen zum Fernstudium und berufsbegleitendem Präsenzstudium findest du übrigens auf unserem Partnerportal Studieren-berufsbegleitend.de.

Dann gibt es noch das duale Studium für die ganz Hochmotivierten: Gleichzeitig zu studieren und zu arbeiten, und letzteres nicht „nur“ als Nebenjob, sondern in der Regel „halbe-halbe“ mit dem Studium, ist keine leichte Herausforderung. Andererseits reizen dich eventuell die sofortige Praxiserfahrung (die mitunter sogar einen zusätzlichen Ausbildungsabschluss beinhaltet) und ein Gehalt.

Die Entscheidung ist stark typabhängig und wie so oft gibt es kein richtig oder falsch. Wir haben glücklicherweise noch weitere Informationen auf unserer Seite zu den Studienformen für dich.

An welcher Art von Hochschule?

Du hast ein Fach im Auge, du weißt, auf welchen Abschluss du wie hinarbeitest, jetzt fragt sich, an welcher Hochschulform du das Ganze absolvierst. Es gibt in Deutschland sowohl staatliche als auch private Universitäten, Fachhochschulen und Akademien. Oft wird sich deine Hochschulform schon durch deine Fächerwahl ergeben: Fachhochschulen bieten in der Regel praxisorientiertere Studiengänge an als Unis und bestimmte künstlerische (Fach-)Hochschulen bzw. Akademien sind auf gestalterische Laufbahnen fokussiert, etwa Tanz, Musik, Design, Schauspiel, Film oder Kunst. Solltest du dich zudem für eine andere Form als für das Vollzeitstudium entscheiden, etwa für ein duales Studium, gibt es Hochschulen, die darauf spezialisiert sind und oft schon mit bestimmten Praxisunternehmen zusammenarbeiten.

Sollte es aber mehrere Hochschulformen für dich geben, an denen du deine Wunschrichtung studieren kannst, oder deine Entscheidung mehr von der Form der Hochschule geleitet sein, empfehlen wir dir unseren Artikel zu genau dieser Fragestellung: Universität oder Fachhochschule?

Gleichzeitig stellt sich dir gerade vielleicht die Frage, ob du an einer privaten oder staatlichen Einrichtung studieren möchtest. Beide Formen haben Vorteile: Kleinere Kurse, hohe Spezialisierung und neueste Lehrmittel an privaten Hochschulen einerseits, die hohe Auswahl an Studiengängen sowie die wissenschaftliche Reputation staatlicher Universitäten andererseits. Hierzu haben wir ebenfalls einen ausführlichen Ratgeber für dich erstellt, und zwar auf unserer Seite Privat oder staatlich studieren?

Wenn du unsicher bist, welche Art von Hochschule die richtige für dich ist, kann dir die Studienberatung weiterhelfen.

Damit du den verschiedenen Studienformen schon einmal einige bekannte Hochschulen zuordnen kannst, stellen wir dir hier kurz unsere derzeit am stärksten nachgefragten Partnerhochschulen im jeweiligen Bereich vor (Stand Juli 2020).

Vollzeitstudium

Hochschule Fresenius

Die Hochschule Fresenius mit Standorten in Frankfurt/Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und den Studienzentren in Berlin, Düsseldorf und New York gehört mit rund 12.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Bildungseinrichtungen in Deutschland.

Auf unserem Partnerportal Gesundheit-studieren.com (und zahlreichen anderen) findest du weitere Infos zur Hochschule Fresenius.

Duales Studium

IUBH Duales Studium

Die IUBH Duales Studium ist eine staatlich anerkannte private Hochschule mit 21 Standorten in Deutschland und Österreich. Das Studienangebot umfasst Bachelorstudiengänge aus ganz unterschiedlichen Bereichen – ob Soziales, Technik, BWL, Marketing, Tourismus oder Personal.

Finde auf unserem Partnerportal Wegweiser-duales-studium.de mehr Informationen und Studiengänge zur IUBH Duales Studium.

Fernstudium

IUBH Fernstudium

Das IUBH Fernstudium setzt auf maximale Flexibilität: Der Lehrstoff ist als Skript oder in Form von Lernvideos und Interactive Books® von überall abrufbar, Studierende können zwischen einem Voll- oder Teilzeitstudium wählen, es gibt keine Präsenzpflicht und der Studienstart ist jederzeit möglich.

Finde auf unserem Partnerportal Studieren-berufsbegleitend.de mehr Informationen und Studiengänge zur IUBH Fernstudium.

Übrigens: Sowohl für verschiedene Hochschulen und Fächer als auch für unterschiedliche Studienformen gibt es inzwischen viele Optionen, ohne Abitur zu studieren – lies dazu mehr in unserem Ratgeber

Studieren ohne Abitur

Wie finanziere ich mein Studium?

Student berechnet seine FinanzierungUm unsere Frage aus dem letzten Abschnitt zum privaten oder staatlichen Studium noch einmal aufzugreifen: Zugegebenermaßen ist das häufig keine Frage von „wollen“, sondern von „können“, schließlich sind private Unis nicht kostenlos und oft nicht günstig.

Aber ein Studium an einer staatlichen Uni ohne Gebühren kostet dich ebenfalls Geld, und zwar in Form von Semesterbeiträgen (die aber weitaus geringer ausfallen als Studiengebühren). Außerdem muss man ja ab und zu etwas essen und irgendwo wohnen.

In jedem Fall gibt es glücklicherweise mehrere Arten der Finanzierung für dein Studium. Die „Go-to“-Finanzierung für ein Studium ist nach wie vor das BAföG: Du musst es nur zur Hälfte zurückzahlen, das dann ohne Zinsen, und es gibt einen Höchstsatz der Rückzahlung. Du kannst also recht genau die Rückzahlungen absehen, die nach deinem Studium auf dich zukommen werden und wenn du eine Phase haben solltest, in der du diese nicht leisten kannst, kann diese Verpflichtung zeitweise ausgesetzt werden (Stand dieser Bedingungen ist Juli 2020).

Leider erfüllt nicht jede/r die Kriterien für den Bezug von BAföG. Aber es gibt Alternativen: Ein staatlicher oder privater Studienkredit etwa; letzteres wird zum Beispiel von Smava* und Credimaxx* angeboten.

Oder natürlich ein Nebenjob, vielleicht sogar ein Stipendium. Zu den verschiedenen Möglichkeiten findest du weitere Infos in unserem Ratgeberartikel zur Studienfinanzierung.

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In welcher Stadt?

Für manche gibt es direkt zu Beginn der Studienvorbereitungen das Vorhaben, unbedingt in einer bestimmten Stadt studieren zu wollen. Vielleicht, weil sie sie einfach toll finden oder weil sie nah am Wohnort liegt und es Gründe gibt, in der Gegend zu bleiben. Anderen wird die Entscheidung durch ihr Wunschfach etwas leichter gemacht, etwa durch die enorme Reputation einer Hochschule für ihr Studiengebiet, zum Beispiel die RWTH Aachen für technische Studiengänge.

Es gibt außerdem die bundesweit zulassungsbeschränkten Studienfächer, die zentral von der Stiftung für Hochschulzulassung vergeben werden. Das sind derzeit Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie – hier gibst du mit der Bewerbung für das Zentrale Vergabeverfahren (ZV) deine Ortswünsche an. Dieses Vergabeverfahren ist übrigens eingebettet in das noch umfassendere Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) – dieses koordiniert zusätzlich die Bewerbungen für manche andere (in erster Linie zulassungsbeschränkte) Studiengänge. Im Vorfeld einen Blick auf das Portal zu werfen, lohnt sich also allemal, auch wenn du kein Fach aus dem Zentralen Vergabeverfahren studieren möchtest.

Und wenn du noch keine Vorstellung hast, wohin es dich zieht und dein Fach an vielen Hochschulen angeboten wird? Das ist okay! So oder so landen selbst diejenigen, die einen klaren Favoriten haben, nicht immer in ihrer Wunschstadt, eben weil es NCs gibt und/oder andere Auswahlkriterien. Es ist auch deshalb auf jeden Fall ratsam, sich an mehreren Universitäten parallel zu bewerben, um einen Plan B (und C und D…) zu haben.

Das waren dir bislang schon zu viele Fragen, was, wie und wo? Dann könnte ein Orientierungsstudium vielleicht eine Idee für dich sein. Einen Studiengang ausprobieren, zur Uni und zur Mensa gehen, auf Probe am „richtigen Studentenleben“ teilnehmen – das bieten schon viele Unis in unterschiedlichen Formen an. Eine Auflistung dieser Universitäten und weitere Informationen zum Studieren auf Probe findest du in unserem Ratgeber zum Orientierungsstudium.

Auch erst einmal Abstand zur Schule und zum schulischen Lernen generell zu gewinnen, kann eine Möglichkeit sein, sich im Anschluss leichteren Herzens zu entscheiden. Erfahre mehr dazu auf unserer Seite zum Gap Year.

Darüber hinaus hilft es, die Ratschläge, die du sicherlich schon oft genug hörst („Deine Studienzeit prägt dein ganzes restliches Leben, du musst dir ganz genau überlegen, was du wo studieren möchtest und am besten machst du dabei ein Auslandssemester, zehn Praktika und gründest dein erstes Start-Up“) zwischendurch einmal mit Ruhe und Abstand zu betrachten. Es stimmt zwar, das sind alles wirklich wichtige Entscheidungen, die du dir gut überlegen solltest. Aber vergiss dabei nicht, ab und an durchzuatmen und dir vor Augen zu halten, dass man nicht sein ganzes Leben detailliert durchplanen kann und Menschen Fehler machen dürfen – aus denen soll man ja auch lernen können.

Und wo wohne ich?

Eine Wohnung zu finden ist eine der großen Herausforderungen der Gegenwart. Steigende Mieten, wachsende Einwohnerzahlen der großen (beliebten) Städte und ein hart umkämpfter Markt sind keine sonderlich einladenden Faktoren. Aber selbst hier gibt es Glücksfälle, (virtuelle) schwarze Bretter und Leute, die jemanden kennen, der jemanden kennt. Darüber hinaus hast du Alternativen zur eigenen Wohnung (die sowieso ziemlich teuer ausfallen kann): Wohngemeinschaften können – mit den richtigen Leuten – einer der besten Aspekte der studentischen Existenz sein, denn man teilt im besten Falle nicht nur Tisch und Miete, sondern auch Spaß und Kummer. Studentenwohnheime sind ebenfalls eine Option, schnell Anschluss zu finden und im studentischen Leben anzukommen. Für manche ist es außerdem möglich und praktisch, zuhause zu wohnen und gegebenenfalls zu pendeln.

Damit du den richtigen Weg und die passende Behausung für dich findest, gibt es hier Tipps bei der Wohnungssuche.

Studieren in Zeiten von Corona

Covid-19 hat unser aller Leben aus der Bahn geworfen und Studierende sowie Lehrende bilden da keine Ausnahme. Digitale Semester, virtuelle Sprechstunden und die große Bemühung auf allen Seiten, das Studium und die Planung für ein Studium weiterhin zu ermöglichen, sind das Ergebnis. So hat sich zum Beispiel die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2020 nach hinten verschoben – genaue Informationen zu den Konsequenzen von Corona für die Studienwelt findest du auf unserer Seite Mein Studium & Corona.

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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