Studienfinanzierung

Endlich studieren – du kannst es wahrscheinlich kaum erwarten. Doch bevor es richtig losgeht, solltest du dir Gedanken um die Finanzierung machen, denn auch ein Studium kostet Geld. Wir zeigen dir hier üblichen Möglichkeiten zur Studienfinanzierung auf.

Eigentlich ist alles soweit bereit: Der Studienplatz ist sicher, du bist auf der Suche nach einer Unterkunft und kannst es kaum erwarten, den neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Doch bevor es so richtig losgehen kannst, musst du dir Gedanken über die Finanzierung des Studiums machen. Denn auch ein Studium kostet Geld und das haben Studenten in der Regel nicht gerade im Überfluss – vor allem, weil du mit dem Studium kein Geld verdienst (es sei denn, du machst ein duales Studium).

Es gibt verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für deine Studienzeit und wir wollen dir die häufigsten etwas ausführlicher erklären.


Eltern und Familie

Glückwunsch, wenn du das Glück hast, dass deine Eltern dir bei der Studienfinanzierung unter die Arme greifen können. Ein monatlicher Zuschuss und/oder die Übernahme der Miete oder anderer Fixkosten erleichtern das Studentenleben ungemein. Eine sehr häufige Variante ist, dass deine Eltern dir das Kindergeld überlassen. Und wenn du noch das Glück hast, dass deine Großeltern oder weitere Verwandtschaft dich ebenfalls mit einem bestimmten Betrag unterstützen, fällt das Studentenleben schon viel leichter.

Unterstützung von der Familie ist ein guter Startpunkt

Ob die familiäre finanzielle Unterstützung allerdings für die Deckung aller Kosten reicht, hängt natürlich von den privaten Möglichkeiten ab. Es ist aber auch schon eine große Hilfe, wenn schon mal ein Teil der Fixkosten gedeckt ist. Denn es gibt ja noch mehr Finanzierungsmöglichkeiten.


BAföG

Die bekannteste Variante zur Studienfinanzierung: das Bundesausbildungsförderungsgesetz, besser bekannt als BAföG. Durch das BAföG soll jeder die Möglichkeit bekommen, studieren zu können – unabhängig vom familiären Hintergrund. Denn du bekommst ein monatliches Darlehen, das du erst nach Studienende (bzw. fünf Jahre nach Studienende) zurückzahlen musst – und das auch nur zur Hälfte!

BAföG ist einkommensabhängig

Aber: Der BAföG-Beitrag ist einkommensabhängig, die Höhe des BAföG-Betrags hängt also davon ab, wie viel deine Eltern und du verdienen. Dadurch kann es auch passieren, dass dein BAföG-Antrag abgelehnt wird, beispielsweise weil deine Eltern zu viel verdienen oder du Ersparnisse hast, die einen bestimmten Freibetrag überschreiten.

Darauf solltest du auch achten, wenn du neben deinem Studium noch einen Nebenjob hast. Bis ca. 450 Euro Lohn im Monat kannst du ohne Einschränkungen verdienen, liegt dein Gehalt darüber, wird dir etwas von deinem BAföG-Betrag abgezogen.

Info: Der BAföG-Höchstsatz liegt momentan bei 735 Euro, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst.

Der Antrag gestaltet sich oft kompliziert, da du so viele Angaben machen musst. Zudem ist das BAföG an die Regelstudienzeit geknüpft, wenn du also länger brauchst für deinen Abschluss musst du dich gegen Studienende eventuell noch um eine weitere Finanzierungsmöglichkeit umgucken.

Tipp: Das Thema BAföG ist sehr komplex, daher informierst du dich für ausführliche Infos am besten direkt beim Bundesministerium für Bildung und Forschung.


Studienkredit

Wenn du trotz erster Finanzspritze nicht mit dem Geld auskommst oder wenn du zum Beispiel gar nicht BAföG-berechtigt bist, gibt es noch die Möglichkeit, einen Kredit aufzunehmen. Beim Thema Kredite gibt es unterschiedliche Varianten.

Staatlicher Bildungskredit

Diese Variante ist – genau wie BAföG – eine Finanzhilfe vom Staat, nämlich das Bildungskreditprogramm des Bundes.

Dieser Kredit richtet sich vor allem an Studierende, die kurz vor dem Ende ihres Studiums oder ihrer Ausbildung stehen und nun eine finanzielle Unterstützung benötigen, um sich voll und ganz auf ihren Abschluss konzentrieren zu können.

Der Staatliche Kredit ist einkommensunabhängig und kann daher von jedem beantragt werden. Ein klarer Vorteil: Der Zinssatz ist extra günstig und es kommen keine versteckten Kosten auf dich zu. Der Kreditrahmen beträgt zwischen 1.000 Euro und 7.200 Euro und wird auch für ausbildungsbedingte Praktika im In- und Ausland gewährt.

Insgesamt ist der Bildungskredit sehr flexibel und kann voll auf deine Bedürfnisse zugeschnitten werden – allerdings muss der Betrag im Gegensatz zum BAföG vollständig zurückgezahlt werden. Die Rückzahlung beginnt allerdings erst vier Jahre nach der ersten Rate.

Privater Studienkredit

Auch privatwirtschaftliche Banken bieten in der Regel spezielle Bildungskredite an, die sich durch sehr niedrige Zinsen an Studierende richten. Diese Finanzierungshilfe wird sehr gerne angenommen und da die Nachfrage immer größer wird, gibt es mittlerweile unzählige Angebote, sodass du dich sehr genau informieren solltest, bei welchem Anbieter du einen Kredit aufnimmst, denn die Modalitäten (Kredithöhe, Rückzahlungsbedingungen etc.) können sehr unterschiedlich ausfallen. Und auch wenn es spezielle Studienkredite bzw. Bildungsdarlehen sind, schützt das nicht automatisch vor versteckten Kosten oder schwarzen Schafen unter den Anbietern. Vergleichen lohnt sich also!

Welcher Kredit ist der beste?

Stiftung Warentest

Zwar schon ein paar Jahre alt, aber die Stiftung Warentest hat verschiedene Anbieter und ihre Kredite getestet und stellt dir hier ihr Ergebnis vor. Ein guter Einstieg zur ersten Orientierung.

Zum Test

CHE

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) testet regelmäßig verschiedene Studienkredite. Hier findest du den Test aus dem Jahr 2017.

Zum Test [PDF]


Nebenjob

Sehr weit verbreitet, um sich sein Studium finanzieren zu können: der Nebenjob. Kellnern, Promo-Jobs oder Nachhilfe geben sind die absoluten Klassiker unter den Nebenjobs.

Ein Nebenjob hat zwei Vorteile:

1. Du verdienst Geld.
2. Wenn du dir einen zum Studium passenden Job aussuchst, kannst du wertvolle Berufserfahrung sammeln und eventuell auch schon Kontakte knüpfen.

Welchen Job du annimmst, hängt natürlich auch davon ab, wie flexibel bzw. unflexibel dein Studienplan ist. Denn viele Studierende können nur abends oder am Wochenende arbeiten und haben daher nicht die Möglichkeit, sich einen studienrelevanten Job zu suchen bei dem es feste Arbeitszeiten gibt. Aber wenn du die Möglichkeit hast, solltest du dich lieber gezielt bewerben.


Stipendium

Zugegeben, ein Stipendium ist nicht für jeden geeignet – aber viele Studierende schrecken voreilig zurück, weil sie glauben, dass Stipendien nur etwas für die Besten unter den Besten sind. Das stimmt aber nur zum Teil. Natürlich gibt es spezielle Begabten-Stipendien, aber mittlerweile gibt es auch eine große Auswahl an Stipendien für unterschiedliche Zielgruppen, beispielsweise für bestimmte Fachgebiete oder auch nur für die Zeit der Abschlussarbeit.

Ausführliche Infos dazu haben wir dir in unserem Artikel über Stipendien zusammengestellt.

Zum Stipendien-Artikel

Ein ganz wichtiger Tipp: Viele Stipendienplätze bleiben unbesetzt, weil sich viele Studierende gar nicht erst trauen, sich zu bewerben. Das könnte also deine Chance sein!

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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