5 Tipps für dein Bewerbungsgespräch

Du hast die Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Herzlichen Glückwunsch, den schwierigsten Teil der Bewerbung hast du geschafft! Jetzt gilt es im persönlichen Gespräch zu überzeugen. Keine Sorge, mit unseren Tipps kann da nichts mehr schief gehen.

Was muss ich für das Vorstellungsgespräch beachten?

Eigentlich ist die Zusage zu einem Bewerbungsgespräch ein Grund zur Freude. Doch viele Absolventen fürchten sich auch vor dem Moment, wo sie sich bei einem Unternehmen präsentieren müssen. Kein Wunder, hört man doch auch immer wieder irgendwelche Horrorgeschichten über Blackouts und vermeintlich dumme Antworten während des Gesprächs, die dazu geführt haben, dass die Bewerber den Job nicht bekommen haben.

Aber mach dir auch bewusst: In der Regel sind Personaler keine Unmenschen. Ihnen ist bewusst, dass du nervös bist und die Situation ungewohnt für dich ist. Ansonsten kann es auch helfen, deine Nervosität offen anzusprechen. Damit nimmst du selbst den Druck von dir, deine Nervosität überspielen zu müssen und möglichst stark und abgebrüht zu wirken. Außerdem kannst du es vielleicht so verkaufen, dass du nur deswegen so nervös bist, weil es sich wirklich um deinen Traumjob handelt und du diesen Job unbedingt haben möchtest.


Eine gute Vorbereitung ist das A und O

Die einfachste Methode, um der Nervosität beim Vorstellungsgespräch entgegen zu wirken, ist gute Vorbereitung. Wenn dir im Bewerbungsgespräch die Nerven anfangen zu flattern, ist es gut, wenn du dich auf etwas besinnen kannst, dass du vorbereitet hast. Folgende Dinge solltest du deshalb beachten:

Kenne ...

... deine Bewerbung: Welche Stationen in deinem Lebenslauf hast du nur angerissen? Wo wird noch mal nachgefragt werden? Gibt es vielleicht irgendwelche Schwachstellen in deiner Bewerbung? Um dich auf diese Fragen vorzubereiten, solltest du dir deine Bewerbung vor dem Gespräch noch einmal sorgfältig durchlesen. Besser noch: Zeig sie einem Freund und frag ihn, was an der Bewerbung ins Auge springt und wonach gefragt werden könnte.

den Arbeitgeber: In welcher Branche ist das Unternehmen aktiv und wie macht es Geschäfte? Wie viele Leute arbeiten dort? Was ist die Firmenphilosophie? Im Normalfall wird dein Vorstellungsgespräch nicht zum Wissenstest werden, aber wenn du die Informationen über deinen Arbeitgeber ins Gespräch einfließen lassen kannst, signalisierst du, dass du dich ausführlich mit deinem potenziellen Job befasst und wirklich Interesse hast.

den Job: Am besten gehst du die Stellenanzeige für den Job noch einmal Punkt für Punkt durch und überlegst dir für jeden der beschriebenen Arbeitsbereiche, warum du ihn gut bewältigen kannst. So stellst du sicher, dass du genau weißt, was die Anforderungen an dich sind.


Erzählen Sie mal was von sich!

Das ist oft einer der gefürchtetsten Teile des Vorstellungsgesprächs. Nach der Begrüßung steht er meistens relativ am Anfang des Gesprächs und stellt für viele unerfahrene Bewerber ein großes Problem dar. Hier gilt wie sonst im Vorstellungsgespräch auch: Ruhig Blut bewahren. Du solltest dich auf diese Aufforderung mit einer Antwort von zwei bis drei Minuten vorbereiten. Am besten gibst du hier ein Best-Of deines Lebenslaufs wieder. Erwähne nur die Erfahrungen und Qualifikationen, die dich für genau diesen Job besonders geeignet machen und knüpfe aus ihnen einen roten Faden.


Probieren geht über Studieren

Sich gute Antworten zu überlegen, ist eine Sache, aber sie laut auszusprechen, eine ganz andere. Setz dich zu Hause am besten hin und hör dir selbst bei deinen vorbereiteten Antworten zu. Besser noch: Hab ein Vorstellungsgespräch vor deinem Vorstellungsgespräch. Schnapp dir dazu einen Freund und lass ihn dir ein paar der Standardfragen aus Vorstellungsgesprächen stellen.  

Hier sind zehn Fragen, die in Bewerbungsgesprächen auf dich zukommen können:

  • Welche Rolle übernehmen Sie im Team?

    Leg dich nicht fest, sondern betone, dass du dich unterschiedlichen Situationen gut anpassen kannst. Nenne konkrete Beispiele, wenn möglich.

  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

    Was deine Stärken angeht, ist eine Mischung aus gesundem Selbstbewusstsein und Bescheidenheit wichtig. Stell dein Licht nicht unter den Scheffel, aber mach auch nicht den Eindruck, als gäbe es nichts mehr, was man dir noch beibringen könnte. Beleg die Stärken, die du nennst, mit konkreten Beispielen.

    Bei deinen Schwächen solltest du nicht zu sehr ins Detail gehen und vor allem nichts erwähnen, das sich wirklich negativ auf deine potentielle Arbeit auswirken könnte. Vermeide aber gleichzeitig auch klischeehafte Antworten wie „Ich bin zu perfektionistisch.“. Am besten erwähnst du zu einer Schwäche auch immer ein Beispiel, das zeigt, dass du an der Schwäche arbeitest.

  • Was war Ihr bisher größter Erfolg und was Ihr größter Misserfolg?

    Auch hier gilt es, die goldene Mitte zu finden. Nenne Erfolge, beispielsweise den guten Abschluss deines Studiums, aber trag nicht zu dick auf. Bei Misserfolgen solltest du die Schuld nicht von dir abwälzen und gleichzeitig den Fokus darauf legen, was du aus ihnen gelernt hast und wie du sie in Zukunft vermeiden würdest.

  • Warum sollten wir Sie einstellen?

    Am besten gehst du hier noch mal die Stellenanzeige durch und stellst heraus, warum du die Anforderungen erfüllst. Nenne dabei Qualifikationen und Erfahrungswerte.

  • Warum wollen Sie bei uns arbeiten?

    Hier geht es vor allem darum zu zeigen, dass du dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Sieh dir an, wie sich das Unternehmen in der Öffentlichkeit präsentiert und stelle eine Verbindung zu deiner eigenen Bewerbung her.

  • Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

    Auch hier geht es wieder darum, einen Bezug zwischen deinen persönlichen Plänen und denen des Arbeitgebers herzustellen. Es sollte zwar so wirken, dass du dir Gedanken über die Zukunft machst, aber gleichzeitig auch nichts als in Stein gemeißelt siehst und offen für Neues bist. Eine konkrete berufliche Position, die du in fünf Jahren innehaben willst, musst du nicht nennen.

  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?

    Am besten fragst du einfach mal deine Freunde und erwähnst die positiven Antworten, die einen Bezug zu dem Job haben, auf den du dich bewirbst. Auch hier sind Anekdoten, die beispielweise zeigen, dass deine Freunde dir vertrauen oder deine Ehrlichkeit schätzen, eine gute Idee.

  • Was stört Sie an anderen und wie gehen Sie damit um?

    Verfalle hier nicht zu sehr ins Lästern oder werde gemein. Du solltest dich auch nicht nicht zu sehr auf dich selbst beziehen. Am besten hältst du dich an Charaktereigenschaften, die allgemein als problematisch angesehen werden, beispielweise mangelnde Teamfähigkeit oder Engagement, und formulierst sie diplomatisch.

  • Welches Gehalt stellen Sie sich vor?

    Recherchiere im Voraus, was andere Berufseinsteiger in deiner Branche bei vergleichbaren Arbeitgebern verdienen. Nenne eine Gehaltsspanne und hab eine Begründung für sie parat. 

    In unserer Rubrik Gehalt nach dem Studium findest du weitere Infos, außerdem haben wir in unseren Studiengangsbeschreibungen jeweils einige exemplarische Gehaltsangaben gemacht.

  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

    Bleib bei der Wahrheit und nenne die Hobbies, die unverfänglich sind. Auf keinen Fall solltest du so etwas sagen wie „Nichts. Ich bin ein Workaholic.“, denn das wirkt unglaubwürdig.


Mit eigenen Fragen zeigst du Interesse

Dein Vorstellungsgespräch endet in neun von zehn Fällen mit der Frage: „Haben Sie noch Fragen?“. Hier solltest du auf keinen Fall verneinen, denn damit kommst du desinteressiert oder schüchtern rüber. Überlege dir im Vorhinein ein paar Fragen. Selbst wenn die während des Gesprächs bereits beantwortet wurden, bitte einfach noch mal um eine Klarstellung wie „Habe ich richtig verstanden, dass…?“ oder stell eine Frage, die an etwas anschließt, das im Gespräch gesagt wurde. Was du allerdings vermeiden solltest, sind Fragen, die mit einem Klick auf die Website deines Arbeitgebers beantwortet werden können. Das wirkt so, als hättest du dich nicht ausführlich genug mit dem Arbeitgeber befasst.


Kleider machen Leute

Es ist enorm wichtig, dass du dich im Vorstellungsgespräch äußerlich gut präsentierst. Denn auch wenn es unfair erscheint, denken wir oft automatisch, dass achtloses Äußeres auch eine achtlose Arbeitsweise bedeutet. Heutzutage gibt es in vielen Unternehmen ja nicht mehr so strenge Dresscodes, aber im Zweifelsfall solltest du trotzdem eher zu professionell als zu leger angezogen sein. Bei Schmuck und Make-Up hingegen gilt: weniger ist mehr. Darüber hinaus solltest du bedenken, dass du nur eine Chance hast, einen guten ersten Eindruck zu machen. Neben einem gepflegten Äußeren gilt also: Achte auf eine aufrechte Körperhaltung, deutliche Sprechweise, sieh deinem Gegenüber in die Augen und das Lächeln nicht vergessen.


Bereite dich gut vor, aber mach dich nicht verrückt

Nimm das Bewerbungsgespräch nicht auf die leichte Schulter, aber mach dich auch nicht verrückt. Mit gründlicher Recherche und ein paar Trockenübungen, kannst du jedes Vorstellungsgespräch meistern. Wenn du dazu noch auf angemessene Kleidung und gute Körpersprache achtest, sind die Voraussetzungen, um den Job zu ergattern, ideal. Mach dir dabei immer klar, dass du deinen Gesprächspartner bis zu einem gewissen Grad bereits von dir überzeugt hast, denn sonst wärst du ja nicht eingeladen worden.

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