Was kostet ein Studium?

Studenten haben wenig Geld – dieses Vorurteil ist leider nicht allein ein Klischee, sondern für viele Studierende auch die Realität. Denn auch wenn man vieles günstiger bekommt, kostet auch ein Studium Geld. Wir listen dir hier die Kostenstellen auf, die auf dich zukommen (können).

Werde dir über die einzelnen Kostenpunkte klar

Im Rahmen deiner Studienfinanzierung ist es hilfreich, sich erst mal darüber klar zu werden, welche Kosten genau auf dich zukommen im Studium. Denn Geld für Miete und Lebensmittel allein reicht noch nicht aus. Aber wenn du weißt, wie viel Geld du im Monat an Fixkosten hast und was in (un)regelmäßigen Abständen auf dich zukommt, kann das auch dabei helfen, die richtige Finanzierungsmethode zu finden.

Kosten abhängig von verschiedenen Faktoren

Hinweis: Wie viel dein Studium genau kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die nicht für jeden Studierenden gleich sind. Studierst du in einer Großstadt, wo die Mieten höher sind? Studierst du an einer staatlichen Universität oder an einer privaten Hochschule, bei der noch Studiengebühren auf dich zukommen? Hast du teure Hobbys oder bist in Vereinen, die ebenfalls eine Gebühr kosten? Studierst du im Osten Deutschlands? Es gibt also einige Faktoren, die die endgültige Höhe ausmachen.


Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

Das Deutsche Studentenwerk befragt regelmäßig und schon seit mehr als 65 Jahren die Studierenden nach ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage. Die 21. Erhebung ist von 2016, an der sich 67.000 Studierende von 248 Hochschulen beteiligt haben. Diese besagt, dass Studierende (unverheiratet, keine Kinder, nicht mehr bei den Eltern wohnend) im Durchschnitt mit Ausgaben von 918 Euro rechnen müssen. Darin enthalten sind die Lebenshaltungskosten, aber noch keine Semesterbeiträge oder Studiengebühren. Dabei handelt es sich wie gesagt um den Durchschnitt durch ganz Deutschland, natürlich hängt der genaue Betrag von der Wohnform, dem Wohnort, dem sozialen Hintergrund etc. ab.

Wir wollen dir die einzelnen Kostenpunkte, die auf dich zukommen, einzeln vorstellen.


Lebenshaltungskosten

Miete und Nebenkosten

Den größten Teil der Kosten nimmt auf jeden Fall die Miete einschließlich der Nebenkosten ein. Laut Sozialerhebung gehen für die Miete im Schnitt 323 Euro drauf. Dabei spielt es natürlich eine Rolle, ob du alleine wohnst oder in einer WG, ob du in einem Studentenwohnheim wohnst und natürlich auch die Region. Denn die Miete ist im Osten beispielsweise günstiger als im Westen oder Süden und in Großstädten bekanntermaßen auch höher als in kleineren Studentenstädten.

Lebensmittel

Lebensmittel stellen einen weiteren größeren Posten auf deiner Ausgabenliste dar: im Schnitt geben Studierende 168 Euro für die Ernährung aus. Auch hier kommt es natürlich darauf an, was und wo du einkaufen gehst und natürlich auch, ob du regelmäßig auswärts isst oder immer zu Hause kochst – denn das ist natürlich günstiger.

Freizeit und Kleidung

Ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte, denn das Studentenleben besteht ja nicht nur aus Lernen, die Freizeit gehört genauso dazu. 2016 haben Studierende durchschnittlich für Freizeitaktivitäten und Bekleidung 103 Euro ausgegeben. Eigentlich klar, aber wir sagen es trotzdem: Wie viel du für Freizeit und deine Klamotten ausgibst, liegt voll in deiner Hand. Das heißt, während du bei der Miete, Versicherung etc. relativ gebunden bist, hängt es voll von dir ab, wie du deine Freizeit gestaltest, sodass du hier gut sparen kannst. Aber natürlich sollst du dich mit Freunden und Kommilitonen treffen, denn wie gesagt, das Partyleben gehört genauso zum Studium wie das Lernen. Aber die endgültigen Kosten sind von dir abhängig.

Versicherung und Gesundheit

Im Schnitt schlugen die Versicherungen und zum Beispiel Medikamente im Jahr 2016 bei den Studierenden mit 80 Euro zu Buche. Bist du unter 25 kannst du dich normalerweise bei deinen Eltern mitversichern lassen, erst ab dem 25. Lebensjahr musst du selbst zum Beispiel für die Krankenversicherung sorgen. Dabei spielt dein Verdienst auch immer in die Höhe der Versicherung ein – je mehr du verdienst, desto höher ist dein Beitrag.

Fahrtkosten

Für die Fahrtkosten (sowohl Kosten für ein Auto als auch Kosten für den öffentlichen Personennahverkehr) gaben die Studierenden im Schnitt 94 Euro aus. Dieser Punkt kann stark variieren, denn viele Hochschulen haben in ihrem Semesterbeitrag auch ein Ticket für den ÖPNV inkludiert. Das bedeutet, wenn du mit Bus und Bahn zur Uni oder Hochschule fährst, musst du das nicht gesondert bezahlen, sondern hast es bereits mit deinem Semesterbeitrag beglichen, was in der Regel deutlich günstiger ist, als wenn du dir eigene Tickets kaufen würdest. Je nach Hochschule gilt das Ticket sogar für das ganze Bundesland und nicht nur für das direkte Tarifgebiet.

Sonstige Kosten

Natürlich gibt es noch weitere Kosten, die du auch nicht vergessen solltest. Zum Beispiel betrug der Punkt Kommunikation (Telefon, Internet etc.) im Jahr 2016 durchschnittlich 31 Euro bei den Studierenden. Aber auch unerwartete Kosten für eventuelle Reparaturen solltest du einberechnen. Denn es kann immer passieren, dass dein Fahrrad kaputt geht oder du eine neue Waschmaschine brauchst. Du solltest also nicht zu knapp kalkulieren, denn es treten immer wieder unerwartete Zahlungen auf.


Studienkosten

Lernmaterial

Die Ausgaben für Studien- und Lernmaterial sind im Gegensatz zu den anderen Punkten im Vergleich zu den letzten Jahren gesunken. Das hängt sicher mit der Digitalisierung zusammen, denn vieles ist mittlerweile digital verfügbar, sodass du nicht mehr ganze Bücher kaufen oder kopieren musst, was im Laufe der Zeit doch ganz schön ins Geld gehen kann. Trotzdem haben die Studierenden 2016 im Schnitt noch 20 Euro für Studienmaterial ausgegeben.

Semesterbeitrag

Der Semesterbeitrag wird pro Semester bezahlt. Die genaue Höhe hängt von der Hochschule ab – und davon, was alles enthalten ist. In der Regel ist im Semesterbeitrag immer der Sozialbetrag und das Semesterticket für den ÖPNV enthalten. Doch der Betrag kann von ca. 100 bis über 400 Euro variieren. Wenn du nicht deine Uni nach dem Semesterbetrag auswählst, hast du auf diesen Kostenpunkt also keinen Einfluss. Dafür sind an den staatlichen Hochschulen seit ein paar Jahren die Studiengebühren abgeschafft worden.

Studiengebühren

Während wie erwähnt die staatlichen Unis und Hochschulen keine Studiengebühren mehr erheben, sind der größte Kostenpunkt für Studierende an privaten Hochschulen auf jeden Fall die Studiengebühren. Diese liegen in der Regel nämlich weit über dem Semesterbeitrag von staatlichen Hochschulen und können pro Semester auch mehrere Tausend Euro betragen. Möchtest du also an einer privaten Hochschule studieren, solltest du dir über die Finanzierung also auf jeden Fall im Vorfeld einige Gedanken machen.

Weitere Kosten

Zu den weiteren Kosten zählen Kosten für die Immatrikulation, Prüfungen etc. Auch dieser Punkt betrifft vor allem Studierende von privaten und Fernhochschulen. An staatlichen Hochschulen gibt es keine zusätzlichen Kosten für beispielsweise deine Abschlussprüfung. Aber wenn du privat studierst, können noch einmal mehrere Hundert Euro auf dich zukommen durch Prüfungskosten etc.

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