Medizin Studium

Es gibt nicht viele Berufe, in denen du anderen so viel helfen kannst wie als Arzt. Ob als Helfer oder Lebensretter, hier bekommst einen Job voller Abwechslung und Bedeutsamkeit. Du suchst etwas Anspruchsvolles mit viel Verantwortung und hohem Ansehen? Dann schau dir doch mal das Medizin Studium an!

Allgemeine Infos zum Medizin Studium

Das Medizin Studium gilt nicht ohne Grund als eines der schwierigsten überhaupt. Wenn du hier bestehen willst, brauchst du nicht nur Köpfchen, sondern viel Eigenmotivation und Durchhaltevermögen. Das Studium nimmt sechs bis sieben Jahre in Anspruch, während der du das Staatsexamen in drei Prüfungen machst. Am Ende erhältst du deine Zulassung und den Arzttitel. Den Doktortitel machst du davon unabhängig. Neben dem arbeitsintensiven Büffeln der Theorie hat das Studium natürlich viele Praxisphasen. Nach dem Ende deines Studiums ist deine Ausbildung aber noch nicht ganz abgeschlossen, denn dann folgt die ärztliche Weiterbildung und damit die Festlegung auf dein Fachgebiet.

Auf einen Blick

Dauer: 12-13 Semester

Form: Vollzeit

Alle Infos zu den verschiedenen Studienformen

Abschluss: Arzttitel

Besonderheiten: Es gibt fünf private Hochschulen, an denen du Medizin studieren kannst:

  • Medizinische Hochschule Brandenburg
  • Asklepios Campus Hamburg / Semmelweis Universität Ungarn
  • Kassel School of Medicine
  • Universität Witten/Herdecke
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität

Passende Hochschulen finden

Unser Partnerportal Gesundheits-studieren.com listet alle Unis, FHs und Akademien, die ein Medizin Studium und verwandte Studiengänge anbieten. Einige stellen wir dir in diesem Abschnitt vor:

Studieninhalte

Ein Arzt mit Notebook, Klemmbrett und Stethoskop reicht ein Rezept über einen Tisch. Das Medizin Studium unterteilt sich in drei Abschnitte. In der Vorklinik lernst du die theoretischen Grundlagen in Naturwissenschaften, Physiologie, Anatomie und Psychologie/Soziologie. Außerdem absolvierst du in dieser Zeit ein Pflegepraktikum. Die Vorklinik schließt nach vier Semestern mit dem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dem Physikum.

Dann folgt die Klinik, während der du mit Krankheiten und Heilungsmethoden vertraut gemacht wirst. Hier wendest du zunächst deine theoretischen Kenntnisse praktisch an, während du im zweiten Abschnitt der Klinik Einblick in die verschiedenen medizinischen Fachgebiete bekommst. In diesem Zeitraum absolvierst du auch deine Famulaturen. Dabei handelt es sich um vier Praktika in der stationären, der ambulanten und der hausärztlichen Patientenversorgung. Es ist auch möglich, diese im Ausland zu absolvieren, wenn du dich frühzeitig an die Organisation machst. Du beendest die Klinik mit dem zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dem Hammerexamen.

Im letzten Jahr deines Studiums absolvierst du dein praktisches Jahr. Hier arbeitest du in der inneren Medizin, der Chirurgie und einem Bereich deiner Wahl. Am Ende des praktischen Jahrs folgt der dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, der mündliche-praktische Teil.

Übliche Module im Medizin Studium

  • Biochemie-Molekularbiologie
  • Chemie
  • Humangenetik
  • Medizinische Terminologie
  • Physik
  • Zellbiologie

Mögliche Schwerpunkte

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie
  • Chirurgie
  • Neurologie
  • Physiologie

Voraussetzungen

Formal: Allgemeine Hochschulreife (Abitur)

Persönlich:

  • Einfühlungsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Emotionale und psychische Belastbarkeit
  • Fleiß und Durchhaltevermögen
  • Naturwissenschaftliche Begabung
Krankenhauspersonal operiert an einem Patienten in einem OP-Saal.

Numerus Clausus

Willst du Medizin an einer staatlichen Universität studieren, musst du dich auf ziemlich anspruchsvolle NCs einstellen. Bei der Vergabe der Studienplätze durch den NC konkurrierst du mit Bewerbern aus deinem Bundesland. In den vergangenen Jahren war je nach Bundesland und Semester ein NC zwischen 1,0 und 1,4 erforderlich.

Falls dein NC dafür nicht gereicht hat, kannst du dich auch für eine private Hochschule entscheiden oder im Ausland studieren. Bleibst du bei letzterem in der EU, kannst du deine ärztliche Zulassung in Deutschland nach Beendigung deines Studiums problemlos bekommen. Eine weitere Option stellt die Bundeswehr dar, die ihre Studienplätze per Eignungstest vergibt.

Die Vergabe der Studienplätze befindet sich derzeit (Stand Mai 2020) in einer umfassenden Reform, lies dazu auch mehr unter dem Punkt "Bewerbung".

NC-Beispiele für Medizin

Wir haben für dich einige NC-Beispiele der letzten Semester für Medizin herausgesucht, so kannst du dir einen schnellen Überblick verschaffen:

Semester

NC

Wartezeit

Sommersemester 2018

Zwischen 1,0 und 1,3

15 (2,8)

Wintersemester 2017/2018

Zwischen 1,0 und 1,1

14 (2,6)

Sommersemester 2017

Zwischen 1,0 und 1,2

15 (3,0)

Wintersemester 2016/2017

Zwischen 1,0 und 1,1

14 (2,9)

Sommersemester 2016

Zwischen 1,0 und 1,4

14 (2,5)

Bewerbung

Bislang sah die Vergaberegelung so aus:
Jeweils 20 Prozent der Studienplätze wurden durch den NC und die Wartesemesterzahl vergeben. Die Vergabe dieser Plätze lief und läuft zentral über hochschulstart.de

Die anderen 60 Prozent der Studienplätze wurden über die Auswahlverfahren der Hochschulen vergeben. Hier spielten deine Abi-Note, bestimmte Einzelnoten im Abi, deine Ortspräferenz, dein Abschneiden beim Medizinertest, mögliche Berufsausbildungen und ein Auswahlgespräch hinein.

Fristen

Staatliche Hochschulen:

Sommersemester: bis 15. Januar
Wintersemester: bis 15. Juli

Private Hochschulen:

Private Hochschulen legen ihre Frist oft individuell fest, sodass der Termin variieren kann – manchmal werden Bewerbungsfristen auch zum Schluss noch mal verlängert.

Die neuen Vergaberegelungen

Nach der neuen Regelung werden 30 Prozent der Studienplätze über die Abiturbestenquote vergeben. Durch ein Punktesystem sind die Abiturnoten bundesweit vergleichbar.

10 Prozent der Studienplätze werden über eine zusätzliche Eignungsquote vergeben. Bei dieser Quote sind notenunabhängige Kriterien relevant. Bewerber/innen müssen bestimmte mündliche Auswahlverfahren durchlaufen sowie einen Studieneignungstest ablegen und. Qualifikationen wie eine abgeschlossene Ausbildung und/oder praktische Erfahrungen, Berufstätigkeit, eine etwaige besondere Vorbildung sowie Preise oder herausragende Dienste werden berücksichtigt. Der Katalog für Auswahlkriterien ist für alle Universitäten gleich, doch die Hochschulen können bestimmen, welche dieser Kriterien sie auf ihre Bewerber/innen anwenden und wie sie sie gewichten.

Der Löwenanteil, nämlich 60 Prozent der Studienplätze, wird über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben. Hier ist die Grundlage eine Kombination aus notenabhängigen und notenunabhängigen Maßstäben. Die notenunabhängigen Kriterien sind dieselben wie bei der zusätzlichen Eignungsquote. Auch hier dürfen die Universitäten Kriterien auswählen, und zwar mindestens zwei, eines davon wird besonders gewichtet. Außerdem wird immer ein fachspezifischer Studieneignungstest (z. B. TMS) in die Entscheidung einbezogen. Über diesen Katalog hinaus dürfen die Hochschulen keine eigenen Kriterien hinzufügen.

Und was wird aus den Wartesemestern?

Der bisher für viele Studieninteressierte wichtige Faktor der Wartesemester wird in einer Übergangszeit, in der sie innerhalb der Zusätzlichen Eignungsquote immer weniger Relevanz haben werden, bis einschließlich Wintersemester 2021/22 abgeschafft.

Alle Neuerungen bei der Vergabe von Studienplätzen kannst du auch im Dokument „Ergänzende Informationen für Ihre Studienplatzbewerbung im Zentralen Vergabeverfahren für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge“ auf hochschulstart.de nachlesen.

Berufsperspektiven

Nach dem Ende deines Medizin Studium musst du dich für ein Fachgebiet entscheiden, in dem du deine Weiterbildung machst. Danach stehen dir dann innerhalb deines Bereichs viele Karriereoptionen zur Verfügung. Du kannst in einem kommunalen Krankenhaus, einer Uniklinik oder einem Klinikkonzern angestellt sein, dich mit einer eigenen Praxis niederlassen, als Betriebsarzt arbeiten oder in die Forschung gehen. Auch eine Tätigkeit als Fachjournalist ist denkbar.

Mögliche Jobs und Arbeitgeber

  • Unikliniken
  • Kommunale Krankenhäuser
  • Klinikkonzerne
  • Tätigkeit als niedergelassener Arzt
  • Betriebsarzt

Gehalt

Arbeitest du in einem kommunalen Krankenhaus oder einer Uniklinik, ist dein Gehalt per Tarifvertrag geregelt. Hier kommt es darauf an, ob du Assistenz-, Fach-, Ober- oder Chefarzt bist und wie lange du bereits in dieser Position bist. Zu Beginn deiner Laufbahn als Assistenzarzt verdienst du in einem kommunalen Krankenhaus zwischen 4.400 Euro und 5.600 Euro brutto. In einer Uniklinik sind es zwischen 4.500 Euro und 5.800 Euro brutto. Für Klinikkonzerne gelten andere Verträge. Als niedergelassener Arzt schwanken die Einkommen je nach Fachrichtung und Standort erheblich.

Gehaltsbeispiele für Medizin

Für einen besseren Überblick haben wir dir ein paar Einkommensbeispiele für Praxen niedergelassener Ärzte herausgesucht:

Fachgebiet

Durchschnittlicher Reinertrag pro Monat

Frauenheilkunde/Geburtshilfe

18.000 Euro

Allgemeinmedizin

19.000 Euro

Chirurgie

23.000 Euro

Innere Medizin

23.500 Euro

Radiologie

71.000 Euro

Quelle: destatis.de (Statistisches Bundesamt)

Promotion

Die Promotion ist das Schreiben einer Doktorarbeit oder Dissertation und ihre mündliche Verteidigung, die Disputation oder Rigorosum. Die Dissertation wird mit Unterstützung eines Doktorvaters geschrieben. In der Disputation vor einem Promotionsausschuss müssen Doktoranden ihre Methoden und Vorgehen in der Doktorarbeit verteidigen.

Im Gegensatz zu den Studenten anderer Fächer können Medizinstudenten ihre Doktorarbeit bereits während des Studiums beginnen, auch wenn sie erst nach Abschluss des Studiums eingereicht werden kann. Es gibt verschiedene Arten medizinscher Doktorarbeiten:

  • Statistische Doktorarbeit: Gegenstand der Arbeit sind Erkenntnisse, die bereits statistisch erfasst wurden.
  • Klinische Doktorarbeit: Gegenstand der Arbeit sind Erkenntnisse, die durch klinische Untersuchungen zustande kommen.
  • Experimentelle Doktorarbeit: Gegenstand der Arbeit sind Erkenntnisse, die durch experimentelle Laborarbeit gewonnen werden.

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Kommentare

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December 2019

Aileen

Hallo,

Die Informationen bezüglich Wartesemester müsste aktualliesiert werden,
es ist nicht mehr möglich Wartesemester zu sammeln, ab 2020 gibt es pro Wartesemester 3 Punkte (max. für 15Wartesemester Punkte möglich), ab 2021 pro Wartesemester nur noch 2Punkte, ab 2022 keine Punkte mehr.

Daher kann man derzeit zwar noch mit Wartesemestern ins Studium, aber dies ist nur sinnvoll wenn man wirklich einige hat und zusätzlich bestmöglichst noch einen guten TMS vorweisen kann.

Ansonsten hatt es überhaupt keinen Sinn Wartesemester jetzt erst zu sammeln.

vor 3 Wochen

Antwort von: Jasmin vom Team das-richtige-studieren.de

Liebe Aileen,

vielen Dank für deinen Hinweis. Wir werden diese Information selbstverständlich in unsere Beiträge aufnehmen.

Viele Grüße!

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Alle Fachbereiche auf einen Blick findest Du unter: www.das-richtige-studieren.de

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