Schließen

Was ist BAföG?

Der Begriff BAföG ist eine Abkürzung und steht für das „Bundesausbildungsförderungsgesetz“. Es wurde 1971 vom Deutschen Bundestag verabschiedet und sichert den rechtlichen Anspruch auf individuelle Bildungsförderung während des Studiums. In unseren FAQ auf dieser Seite beantworten wir alle wichtigen Fragen zum Thema BAföG. Wir erklären, wer BAföG-berechtigt ist, welche Fristen du einhalten und welche Nachweise du erbringen musst, um BAföG zu erhalten.

Was ist BAföG? Kurz erklärt

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG, regelt die finanzielle Förderung junger Menschen während des Studiums. Umgangssprachlich benennen wir mit BAföG die Förderungssumme, die sich aus dem Gesetz ergibt. Ziel ist es, mithilfe von BAföG die Chancengleichheit in dem Sinne zu stärken, dass jeder junge Mensch unabhängig von seinen/ihren wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen studieren kann. Du bist BAföG-berechtigt, wenn weder du noch deine Eltern dein Studium und deinen Lebensunterhalt komplett finanzieren können.

BAföG ist eine sozialstaatliche Leistung. Der Betrag, der dir laut BAföG zusteht, setzt sich zur einen Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem zinslosen Darlehen zusammen. Das bedeutet: Du musst maximal die Hälfte des BAföGs, das du im Laufe des Studiums erhältst, zurückzahlen! Außerdem gibt es eine Obergrenze, die derzeit bei 10.010 Euro liegt, du musst also keine Angst vor unüberschaubaren Rückzahlungen haben.

Deine Eltern verdienen gut, du jobbst seit der Schulzeit und glaubst deshalb, dass du keinen Anspruch auf BAföG hast? Das muss nicht sein! Ziel des BAföGs ist es, dass du während des Studiums gut und ohne finanzielle Sorgen leben kannst und auch deine Eltern nicht an ihre Grenzen stoßen sollen, um dich zu unterstützen. Ob dir BAföG zusteht, hängt außerdem von vielen Faktoren ab. Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Antrag zu stellen!

Key Facts: Was ist BAföG?

BAföG...

  • ist die Abkürzung für das "Bundesausbildungsförderungsgesetz".
  • ist eine sozialstaatliche Leistung, die es allen jungen Menschen ermöglichen soll, ein Studium zu absolvieren.
  • bezeichnet umgangssprachlich deine Förderungssumme.
  • ist zu einer Hälfe ein staatlicher Zuschuss und zur anderen Hälfte ein zinsfreies Darlehen: Du musst also nur die Hälfte der erhaltenen Förderungssumme, maximal aber 10.010 Euro zurückzahlen!

FAQ – Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema BAföG

Was ist BAföG?
Die wichtigsten Infos

Wann habe ich Anspruch auf BAföG?

Du hast grundsätzlich einen Anspruch auf BAföG, wenn…

  • du zu Beginn des Studiums jünger als 30 Jahre alt bist. Persönliche Gründe (wenn du Angehörige pflegen, Kinder betreuen musstest und weitere Gründe) können ein Überschreiten der Altersgrenze rechtfertigen.
  • du zu Beginn eines Masterstudiums jünger als 35 Jahre alt bist.
  • du entsprechend der Prüfungsordnung Studienfortschritte vorweist.
  • du über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügst. Auch EU-Bürger, Personen mit Niederlassungserlaubnis und anerkannte Flüchtlinge können gefördert werden. Die entsprechenden Regelungen liest du im Abschnitt Bekomme ich BAföG auch ohne deutschen Pass?.
  • du an einer staatlichen oder privaten Hochschule oder Akademie studierst, die Abschlüsse verleiht, die nach Landesrecht Hochschulabschlüssen gleichgestellt sind. 

Detaillierte Informationen darüber, unter welchen Umständen du BAföG-berechtigt bist, findest du auf der Seite BAföG Voraussetzungen.

Gut zu wissen: Wir informieren dich an dieser Stelle über BAföG für Studierende, die einen Hochschulabschluss anstreben. Aber nicht nur Studierende, die auf einen Bachelor oder Master hinarbeiten, haben Anspruch auf BAföG. Unter welchen Umständen Schüler, Auszubildende und Berufstätige in Fortbildung BAföG beziehen können, erfährst du auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wo und wann stelle ich meinen BAföG-Antrag?

Sobald du eine Immatrikulationsbescheinigung von deiner Hochschule erhalten hast, kannst du beim Amt für Ausbildungsförderung deiner Hochschule BAföG beantragen. Die Formblätter für deinen Antrag bekommst du entweder bei deinem BAföG-Amt, auf der Webseite des BAföG-Amtes oder auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Du kannst sie entweder per Post an dein BAföG-Amt schicken, persönlich vorbeibringen oder einen Online Antrag stellen. Auf unserer Seite BAföG Antrag erklären wir, wie die elektronische Antragsstellung funktioniert.

Je nachdem, in welchem Bundesland du studierst, kannst du den Antragsassistenten „BAföG Digital“ nutzen. Er wird bereits in den Bundesländern Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt für die vereinfachte Antragsstellung verwendet und soll nach Möglichkeit im Verlauf des Jahres 2021 auch in den anderen Bundesländern eingesetzt werden.

Weitere Informationen zu den BaföG Formularen und rund um die Antragstellung findest du auf der Seite BAföG Antrag.

Wie viel BAföG bekomme ich?

Die Höhe des BAföG-Satzes, den du erhältst, errechnet sich aus deinem finanziellen Bedarf. Der Betrag wird auch „Bedarfssatz“ genannt, er entspricht der Summe, die du laut BAföG benötigst, um deine Lebenshaltungskosten (Lebensmittel, Kleidung) und Kosten für dein Studium (Fahrtkosten, Bücher) abzudecken.

Der Höchstsatz für Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, liegt bei 861 Euro pro Monat. Darin ist ein Zuschlag von 109 Euro für die Kranken- und Pflegeversicherung enthalten. Für Studierende, die bei ihren Eltern wohnen, liegt der Höchstsatz bei 592 Euro (inklusive des Zuschlags für die Kranken- und Pflegeversicherung). Der BAföG Höchstsatz errechnet sich wie folgt:

  • Paulschaler Bedarfssatz für Studierende

    Für Studierende höherer Fachschulen, Akademien und Hochschulen gilt ein Pauschalbedarf von 427 Euro pro Monat.

  • Pauschale Bedarfssätze für die Unterkunft
    • Der Bedarf erhöht sich für Studierende, die bei ihren Eltern leben (oder in einer Wohnung leben, die den Eltern gehört), um weitere 56 Euro.
    • Für Studierende, die nicht bei ihren Eltern leben, erhöht sich der Bedarf um weitere 325 Euro.
  • Pauschale Bedarfssätze für die Kranken- und Pflegeversicherung
    • Für Studierende, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, erhöht sich der Bedarf um 84 Euro pro Monat. Für Pflichtmitglieder der sozialen Pflegeversicherung erhöht sich der Bedarf um weitere 25 Euro.
    • Für Studierende, die freiwillig bei einer privaten Krankenversicherung versichert sind, erhöht sich der Bedarf um 84 Euro. Erfüllt das private Versicherungsunternehmen die in § 61 Absatz 5 des Elften Buches SGB genannten Voraussetzungen, erhöht sich der Bedarf um weitere 25 Euro.
    • Ab dem 30. Lebensjahr können Studierende sich in der Regel nicht mehr in der studentischen Versicherung versichern. Beim freiwilligen Eintritt in die gesetzliche Krankenkasse entstehen ihnen höhere Kosten. Seit 2019 können Studierende in dieser Situation einen höheren Zuschlag beantragen. Dieser ist nachweisabhängig und beträgt bis zu 155 Euro für die Krankenversicherung und 34 Euro für die Pflegeversicherung.
  • Kinderbetreuungszuschlag

    Hast du mindestens ein Kind, das das vierzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht hat, erhöht sich dein Bedarfssatz um 150 Euro. Der Beitrag wird nur einem Elternteil gewährt.

Du fragst dich, wieviel BAföG du bekommen könntest?


Wenn du schon vorab prüfen möchtest, ob und wie viel BAföG du in etwa beziehen könntest, kann ein BAföG-Rechner hilfreich sein. Die genaue Summe erfährst du allerdings erst, nachdem dein Antrag bearbeitet wurde.
Mut macht hier eine Auswertung von Statista, laut derer im Jahr 2019 der durchschnittliche monatliche BAföG-Förderbetrag pro Studierenden 514 Euro betrug. Für diese Auswertung wurde die BAföG Förderung aller 489.313 Studierenden erfasst, die im Berichtsjahr Leistungen erhielten, egal ob für ein ganzes Jahr oder nur einen Monat.

Unser Tipp

Sponsored

MeinBafög ist deine Plattform für den BAföG-Antrag: Mit dem BAföG-Rechner weißt du in weniger als 2 Minuten, ob du BAföG-Anspruch hast, und erfährst sofort, wie dein möglicher Höchstsatz ausfällt. Erst, wenn du den Antrag dann auch wirklich stellen möchtest, zahlst du für den Service: 24,99 Euro beim Erstantrag – keine Folgekosten oder versteckten Gebühren. MeinBafög erstellt deine Formulare und sucht das zuständige BAföG-Amt für dich heraus – du musst sie nur noch abschicken.

Hört sich gut an? Hier geht es

Welche Freibeträge gibt es beim BAföG?

Du musst nicht dein komplettes Einkommen und Vermögen für dein Studium verwenden. Es gibt sogenannte Freibeträge, die von der Berechnung deines Bedarfs unberührt bleiben.

  • Aus dem Einkommen deiner Eltern bleiben folgende Summen anrechnungsfrei:
    • 1.890 Euro für Eltern (verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft und zusammenlebend). Spätestens ab dem 1. Oktober 2021 liegt der Freibetrag bei 2.000 Euro.
    • 1.330 Euro für einen alleinstehenden Elternteil.
    • 665 Euro für einen Stiefelternteil.
    • 605 Euro für Kinder bzw. Unterhaltsberechtigte, die keine förderungsfähige Ausbildung absolvieren. Der Freibetrag für ein Elternteil vermindert sich um das Einkommen derer Ehegatte/in bzw. Lebenspartner/in oder Kinder.


    Nach Abzug dieser Freibeträge bleiben vom Einkommen deiner Eltern weitere 50 Prozent anrechnungsfrei. Für jedes weitere Kind, für das ein Freibetrag genehmigt wird, weitere fünf Prozent. Übrig bleibt der Anrechnungsbetrag, den deine Eltern für dein Studium aufbringen können.

  • Geschwisterregelung

    Wenn du Geschwister hast, die ebenfalls BAföG in Anspruch nehmen, wird der Anrechnungsbetrag auf dich und deine Geschwister umgelegt. Liegt der Anrechnungsbetrag beispielsweise bei insgesamt 1.200 Euro und du hast zwei Geschwister in förderfähiger Ausbildung, liegt der Anrechnungsbetrag pro Kind bei 400 Euro. Wenn die Ausbildung der Geschwister die Eltern nicht belastet (wenn die Geschwister beispielsweise als Studierende an Bundeswehruniversitäten Bezüge bedarfsgerechte Bezüge erhalten), werden sie nicht in die Aufteilung einbezogen.

  • Bist du verheiratet oder in einer eingetragenen Partnerschaft, bleiben folgende Summen aus dem Einkommen des/r Ehegatten/in bzw. Partner/in anrechnungsfrei:
    • 1.260 Euro für Ehegatte/in bzw. Partner/in selbst, ab dem 1. Oktober 2021 liegt der Freibetrag bei 1330 Euro.
    • 570 Euro für Kinder bzw. Unterhaltsberechtigte des/r Partner/in bzw. Ehegatten/in, die keine förderungsfähige Ausbildung absolvieren. Ab dem 1. Oktober 2021 liegt der Freibetrag bei 605 Euro.
  • Aus deinen eigenen Einkünften bleiben folgende Beträge anrechnungsfrei:
    • 290 Euro für dich selbst
    • 145 Euro von der Waisenrente (ab dem 1. Oktober 2021 sind es 150 Euro)
    • ein Gesamtbetrag, der 300 Euro pro Monat nicht übersteigt, bei nicht einkommensteuerpflichtigen begabungs- und leistungsabhängigen Stipendien (wie beispielsweise das Deutschlandstipendium)
    • Beachte aber: für steuerpflichtige Stipendien- und Beihilfeleistungen gilt diese Freibetragsregelung nicht!
    • 630 Euro für Ehegatte/in bzw. eingetragene/r Partner/in (ab dem 1. Oktober 2021 sind es 665 Euro)
    • 570 Euro je Kind (ab dem 1. Oktober 2021 sind es 605 Euro)

     

Du kannst beantragen, dass ein weiterer Anteil deiner Einkünfte anrechnungsfrei bleibt, wenn das zur Bewältigung von Kosten, die nicht durch den Bedarfssatz gedeckt werden, nötig ist. Diesen Antrag musst du innerhalb des Bewilligungseitraums stellen.

Wie viel darf ich verdienen, ohne dass mein BAföG gekürzt wird?

Entscheidend ist dein Bruttoeinkommen im „Bewilligungszeitraum“, in dem dir BAföG zusteht. Von diesem Bruttoeinkommen werden eine anteilige Jahrespauschale für Werbungskosten (1.000 Euro) und eine Sozialpauschale von 21,3 Prozent abgezogen. Der übrige Betrag wird durch die Zahl der Monate des Bewilligungszeitraums geteilt und zuletzt der monatliche Freibetrag von 290 Euro abgezogen. Übrig bleibt ein anrechnungsfreies monatliches Bruttoeinkommen von 451,82 Euro (bzw. 5.421,84 Euro in zwölf Monaten). Du kannst also einem 450 Euro-Job nachgehen, ohne Abzüge zu befürchten.

Aber: Auf eventuelle Ausbildungsgehälter und Pflichtpraktikumsgehälter gibt es keinen Freibetrag, sie werden komplett auf den Bedarf angerechnet.

Freibeträge aus deinem Vermögen

Der Begriff Vermögen bezieht sich nicht nur auf das Geld auf deinem Konto, sondern auch auf „bewegliche und unbewegliche Sachen, Forderungen und weitere Rechte“. Nicht zu deinem Vermögen zählen Gegenstände, die aus rechtlichen Gründen nicht verwertbar sind. Diese Erklärung des Vermögensbegriffs ist sehr abstrakt. Gemeint sind mit Vermögen beispielsweise Sparbücher, Wertpapiere, der Wert deines Autos.

  • Nicht zum Vermögen gezählt werden:
    • Rechte auf Renten und Versorgungsbezüge
    • Nießbrauchrechte
    • Haushaltsgegenstände
    • Übergangsbeihilfen nach dem Soldatenversorgungsgesetz
    • Wiedereingliederungsbeihilfe nach dem Entwicklungshelfer-Gesetz
  • Von deinem Vermögen bleiben folgende Summen anrechnungsfrei:
    • 8.200 Euro für dich selbst
    • 2.300 Euro für den/die Ehegatten/in bzw. Lebenspartner/in
    • 2.300 Euro für jedes Kind
    • In Ausnahmefällen kannst du beantragen, dass ein größerer Anteil deines Vermögens anrechnungsfrei bleibt.

Dauer: Wie lange bekomme ich BAföG?

BAföG steht dir grundsätzlich bis zum Erreichen eines berufsqualifizierenden Studienabschlusses zu. Du kannst ab dem Beginn des Monats, in dem du dein Studium aufnimmst, BAföG beziehen. Beachte aber, dass du frühestens vom Beginn des Antragsmonats an gefördert wirst, also stelle rechtzeitig deinen BAföG-Antrag. Du erhältst BAföG als monatliche Förderung, auch in der vorlesungsfreien Zeit.

  • Der Bewilligungszeitraum für BAföG entspricht der Regelstudienzeit, die für dein Studium festgelegt ist. Für ein Bachelorstudium sind das in der Regel sechs Semester, für ein Masterstudium ca. vier Semester.
  • Eine Ausnahme bildet die Teilnahme am Unterricht in Einrichtungen des Fernunterrichts: Hier wird maximal für einen Zeitraum von zwölf Kalendermonaten BAföG genehmigt.
  • Wenn du aufgrund einer Schwangerschaft oder Erkrankung gehindert bist, dein Studium durchzuführen, können weiterhin BAföG-Zahlungen geleistet werden, allerdings nur bis zum Ende des dritten Kalendermonats.

In Einzelfällen kann auch bis zu weitere zwölf Monate nach Ende der Förderungshöchstdauer BAföG als Hilfe zum Studienabschluss genehmigt werden, wenn Studierende spätestens vier Semester nach der Überschreitung der Förderungsdauer zur Abschlussprüfung zugelassen wurden und die jeweilige Prüfungsstelle bestätigt, dass der/die Studierende innerhalb der zwölf Monate der Hilfe den Studienabschluss erlangen kann.

Bekomme ich BAföG nach einem Studienabbruch bzw. Studienfachwechsel?

Wenn du dein Studium wechselst bzw. ein Studium abbrichst und ein neues Studium aufnimmst, kann sich das negativ auf deine Förderung durch BAföG auswirken. Eine weitere Förderung kann nur erfolgen, wenn es für die Aufnahme eines neuen Studiums oder einen Studienfachwechsel

  • einen wichtigen Grund oder
  • einen unabweisbaren Grund

gibt.

Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn eine Fortsetzung des Studiums nicht mehr zumutbar ist. Dies ist der Fall, wenn dir die psychische, körperliche oder intellektuelle Eignung für dein Studium fehlt. Ein Neigungswandel kann auch als wichtiger Grund gewertet werden. Eine allgemeine Verschlechterung der Berufsaussichten wird nicht als wichtiger Grund anerkannt.

Ein unabweisbarer Grund liegt vor, wenn du gar nicht die Wahl zwischen einer Fortsetzung des Studiums und einem Wechsel bzw. Abbruch hast. Wenn zum Beispiel nach der Aufnahme des Studiums eine Krankheit, Allergie oder Behinderung auftritt, die dich an der Ausübung des angestrebten Berufs oder des Studiums hindert, liegt ein unabweisbarer Grund vor. Ein Studienwechsel oder -abbruch aus unabweisbarem Grund ist übrigens auch im Masterstudium förderungsunschädlich.

Bei einem ersten Studienabbruch bzw. Studienwechsel wird in der Regel davon ausgegangen, dass ein wichtiger Grund vorlag, sofern du bis zum Start des dritten Fachsemesters wechselst bzw. abbrichst. Wenn du zu einem späteren Zeitpunkt um Studium wechselst oder abbrichst, solltest du dies mit einem „wichtigen Grund“ belegen können. Damit der Wechsel oder Abbruch aus „wichtigem Grund“ sich nicht negativ auf deine Förderung auswirkt, sollte er allerdings bis zum Beginn des vierten Fachsemesters erfolgen. Danach werden wichtige Gründe in der Regel nicht mehr anerkannt. Die Frist verlängert sich um die Fachsemester des vorherigen Studiums, die dir für das neue Studium angerechnet werden können. Wenn ein unabweisbarer Grund vorliegt, gilt diese zeitliche Begrenzung nicht.

Wenn alle Semester aus deinem vorherigen Studium auf dein neues Studium angerechnet werden können, ist dein Fachwechsel grundsätzlich „förderungsunschädlich“, man spricht dann vielmehr von einer Schwerpunktverlagerung.

Nimmst du einen weiteren Studienwechsel bzw. -abbruch vor, wird dein Studium wahrscheinlich nicht mehr komplett mit der Regelförderungsart unterstützt. Das bedeutet: Du kannst zwar BAföG beziehen. Dein BAföG setzt sich jedoch dann nicht mehr aus einem staatlichen Zuschuss und einem zinslosen staatlichen Darlehen zusammen, sondern dir wird nur noch das zinslose Darlehen angeboten. Der Zuschuss fällt also weg.

BAföG: Deine Pflichten

Welche Fristen muss ich beim BAföG beachten?

Wenn du zum Semesterbeginn BAföG erhalten willst, solltest du deinen Erstantrag am besten stellen, sobald du eine Immatrikulationsbescheinigung vorlegen kannst, da die Bearbeitung deiner Unterlagen einige Wochen dauern kann. In jedem Fall solltest du deinen BAföG Antrag spätestens im Monat des Semesterbeginns stellen, denn BAföG wird erst ab dem Zeitpunkt deiner Antragsstellung genehmigt.

Du erhältst BAföG also nicht rückwirkend! Wenn du erst im Dezember einen Antrag stellst, wirst du kein Geld für die Vormonate erhalten, auch wenn das Semester im Oktober begonnen hat.

Der Bewilligungszeitraum für BAföG beträgt ein Jahr, also zwei Semester. Um danach weiterhin BAföG zu erhalten, muss du einen sogenannten Folgeantrag stellen. Diesen solltest du ebenfalls spätestens vor dem Ablauf des Bewilligungszeitraums abgegeben. In der Regel musst du fehlende Unterlagen nicht später als einen Monat nach der Antragsstellung nachreichen.

Welche Nachweise muss ich für das BAföG erbringen?

Neben den bereits genannten Unterlagen und Bescheinigungen, die du für den Erstantrag und die Folgeanträge brauchst, musst du deine Studienleistungen, die du bis zum Ende des vierten Semesters erbracht hast, nachweisen. Mit der Bescheinigung weist du nach, dass du entsprechend der Studien- und Prüfungsordnung Studienerfolge erzielst. Du benötigst sie, um ab dem fünften Fachsemester weiter mit BAföG gefördert zu werden. Diese Leistungsbescheinigung musst du allerspätestens innerhalb der ersten vier Monate des fünften Fachsemesters vorlegen. Die Bescheinigung kannst du dir bereits zu Beginn des vierten Semesters von deiner Hochschule ausstellen lassen. Als Leistungsbescheinigung gelten:

  • ein Zeugnis über eine bestandene Zwischenprüfung, die nach Studienordnung erst nach dem dritten Fachsemester abgeschlossen werden kann
  • eine Bescheinigung deiner Hochschule, dass du entsprechend der Prüfungsordnung bis zum Ablauf des jeweiligen Semesters die üblichen Leistungen erbringst
  • ein ab dem Beginn des vierten Semesters ausgestellter Nachweis deiner erreichten ECTS-Punkte

Welche Meldepflichten muss ich beachten?

Du bist dazu verpflichtet, dem BAföG-Amt Änderungen mitzuteilen, die sich auf deine BAföG Leistung auswirken können. Dazu gehören:

Einen Studienabbruch bzw. -wechsel solltest du möglichst schnell melden, da sie dazu führen können, dass du keine Leistungen mehr erhältst. Wenn du fälschlicherweise BAföG beziehst, musst du den entsprechenden Anteil zurückzahlen. Während eines Urlaubssemesters hast du auch dann keinen Anspruch auf BAföG, wenn du einzelne Lehrveranstaltungen besuchst. Die BAföG-Zahlungen enden in der Regel mit dem Ende der Regelstudienzeit bzw. mit deinem Studienabschluss.

Außerdem sind für das BAföG-Amt relevant:

  • Änderung deiner Adresse und ggf. Mietkosten
  • Änderung deiner Kontodaten (sehr wichtig für dich, da du hier dein BAföG erhältst)
  • Einkommensaktualisierung (bei deinem Einkommen, dem Einkommen deiner Eltern deines/r eingetragenen Partner/in bzw. Ehegatte/in)
  • Änderung bei deinen Geschwistern: Aufnahme bzw. Abschluss einer mit BAföG förderungsfähigen Ausbildung
  • Änderung deines Familiennamens

Solltest du umziehen oder deinen Familiennamen ändern, musst du dies nicht nur dem BAföG-Amt, sondern auch dem Bundesverwaltungsamt (BVA) mitteilen. Das BVA ist nämlich für die BAföG Rückzahlung zuständig und muss daher deine korrekten Adressdaten kennen. Weitere Informationen dazu liest du im nächsten Abschnitt.

Du solltest dem BAföG-Amt auch mitteilen, wenn du voraussehen kannst, dass sich dein Studienabschluss aufgrund wichtiger oder unabweisbarer Gründe verzögert. Dazu gehören beispielsweise eine Erkrankung, eine Schwangerschaft oder die Betreuungspflicht für ein eigenes Kind, das das vierzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht hat.

Wann beginnt die BAföG Rückzahlung?

Du erinnerst dich: BAföG ist zur Hälfte ein Zuschuss und zur anderen Hälfte ein zinsfreies Darlehen. Das heißt: Du musst maximal die Hälfte des BAföGs, das du erhalten hast, zurückzahlen.

Die Verpflichtung für deine Darlehensrückzahlung beginnt fünf Jahre nach der Förderungshöchstdauer. Du erhältst etwas viereinhalb Jahre nach der Rückzahlungshöchstdauer einen Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid vom Bundesverwaltungsamt (BVA) in Köln. Deshalb ist es auch wichtig, dass du deine Adressänderung und alle Änderungen deines Familiennamens nach dem Studium direkt dem BVA meldest. Die Meldung solcher Änderungen beim BAföG-Amt reicht nicht aus! Wenn das BVA deine Kontoaktdaten selbst ermitteln musst, kann es pauschal 25 Euro in Rechnung stellen.

Der Bescheid enthält die genaue Feststellung der Darlehenssumme, die du zurückzahlen musst sowie die wichtigsten Informationen zu Rückzahlungsmodalitäten. Außerdem erhältst du ein Angebot für einen Nachlass, wenn du das Darlehen frühzeitig zurückzahlst. Die maximale Dauer für die Tilgung beträgt 20 Jahre.

Seit April 2020 beträgt die monatliche Regelrate 130 Euro, die du alle drei Monate per Lastschrifteinzug einziehen lassen kannst. Du kannst natürlich auch eine höhere Monatsrate zurückzahlen.

Das Darlehen ist zwar zinsfrei, wenn du aber mit der Rückzahlung mehr als 45 Tage in Verzug gerätst, wird die Rückzahlung verzinst:

"Wenn Darlehensnehmende einen Zahlungstermin um mehr als 45 Tage überschritten haben, ist abweichend von Satz 1 jeweils der gesamte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht getilgte Betrag, höchstens jedoch der nach Maßgabe des Absatzes 13 Satz 1 zu tilgende Rückzahlungsbetrag, – vorbehaltlich des Gleichbleibens der Rechtslage – mit 6 vom Hundert für das Jahr zu verzinsen." (Quelle: www.bafög.de)

  • Freistellung und Teilfreistellung
    • Wenn die Rückzahlungspflicht einsetzt und dein laut BAföG anrechenbares Einkommen den aktuell geltenden Freibetrag von 1.260 Euro (ab dem 01.08.2021 sind es 1.330 Euro) nicht um mindestens 42 Euro übersteigt, kannst du dich auf Antrag von der Rückzahlungspflicht befreien lassen.
    • Der Freibetrag erhöht sich für jedes eigene Kind und für Ehegatte/in bzw. Lebenspartner/in, sofern diese selbst kein entsprechendes Einkommen erzielen und in keiner nach dem BAföG oder nach § 56 SGB III förderungsfähigen Ausbildung stehen.
    • Dem Antrag musst du entsprechende Gehaltsnachweise beilegen. Du kannst auch eine Teilfreistellung beantragen und geringere Tilgungssummen die Mindestrate liegt derzeit bei 42 Euro im Monat) zahlen.
  • Rückzahlungsobergrenzen

    Egal, wie viel BAföG du im Studium erhalten hast – wenn dein Studium ab dem 1. September 2019 erstmalig mit dem BAföG-Staatsdarlehen gefördert wurde, musst du maximal 10.010 Euro zurückzahlen. Wenn du die geschuldete gesetzliche Regelrate von derzeit 130 Euro im Monat zahlst, wird nach 77 Monatsraten die Darlehensschuld erlassen. Es kann individuell, z.B. aufgrund einer Teilfreistellung, auch in weiteren Fällen die Restschuld nach 77 Monatsraten erlassen werden.

  • Ausnahme zur Rückzahlungsobergrenze

    Achtung: Wenn du aufgrund eines Studienabbruchs oder Studienwechsels BAföG als Volldarlehen nach § 17 Absatz 3 Satz 1 BAföG zur Studienabschlussförderung erhalten hast, gilt die Rückzahlungsobergrenze leider nicht. Wenn du aufgrund einer Freistellung oder Teilfreistellung keine oder sehr geringe Raten zahlen konntest, du aber allen Mitwirkungspflichten bei der Darlehenszahlung nachgekommen bist, wird dir nach 20 Jahren automatisch deine Restschuld erlassen (endgültiger Erlass).

Weitere wichtige BAföG Infos

Werde ich während des Auslandstudiums mit BAföG gefördert?

Die Förderung eines Auslandsstudiums mit BAföG innerhalb der EU und der Schweiz ist grundsätzlich für die Dauer von bis zu zwei Semestern möglich. Abhängig von der Ausbildungsstätte kannst du über einen längeren Zeitraum hinweg mit BAföG gefördert werden, wenn der Besuch der ausländischen Hochschule von besonderer Bedeutung für deine Ausbildung ist.

Wenn du während des Auslandsstudiums mit BAföG gefördert werden willst, stellst du den Antrag beim Amt für Ausbildungsförderung für das jeweilige Land. Die zuständigen Ämter findest du auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Bei einem Studienaufenthalt außerhalb der EU kann in der Regel ein Jahr lang BAföG bezogen werden, unter besonderen Umständen auch bis zu zweieinhalb Jahre. Die Leistung, die du erhältst, entspricht deinem regulären inländischen Bedarfssatz plus einer Reisekostenpauschale. Gegebenenfalls kommen Zuschläge für Studiengebühren oder erhöhte Krankenversicherungsbeiträge hinzu.

  • Um gefördert zu werden…
    • muss dein Auslandsstudium gleichwertig zum Studium der inländischen Bildungsstätte sein
    • muss das Auslandsstudium deinem Ausbildungsstand förderlich sein
    • muss die Gleichwertigkeit der ausländischen Bildungsstätte gegeben sein


    Hierfür musst du entsprechende Belege vorlegen, es sei denn, dein Auslandsstudium wird zusätzlich mit einem Erasmus Stipendium gefördert. Damit du pünktlich zum Antritt des Auslandssemester bzw. -studiums BAföG erhältst, solltest du den Antrag mindestens sechs Monate vor deiner Abreise einreichen.

  • Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch Auslandspraktika gefördert:
    • bei einer Mindestdauer von zwölf Wochen
    • wenn es für dein Studium erforderlich ist
    • wenn es den Anforderungen der Prüfungsordnung entspricht

Bekomme ich BAföG auch ohne deutschen Pass?

Wenn du in Deutschland lebst und nicht über die deutsche Staatsangehörigkeit verfügst, kann dein Studium dennoch mit BAföG gefördert werden.

Ein Anrecht auf Ausbildungsförderung haben

  • Bürger der Europäischen Union,
  • Migranten/innen und
  • Geflüchtete

die in Deutschland leben und über

  • das Daueraufenthaltsrecht nach dem Freizügigkeitsgesetz/EU oder
  • eine Niederlassungserlaubnis oder
  • eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt

verfügen.

Als Geflüchtete/r beantragst du BAföG mit dem Status

  • anerkannte/r Asylberechtigte/r
  • anerkannte/r Geflüchtete/r nach der Genfer Flüchtlingskonvention oder
  • subsidiär Schutzberechtigte/r

Für die Genehmigung des BAföGs ist entscheidend, dass du eine Bleibeperspektive hast und dein Studium erfolgreich in Deutschland abschließen kannst. Wenn du nur einen Duldungsstatus vorweisen kannst, musst du dich für 15 Monate ununterbrochen rechtmäßig, gestattet oder geduldet in Deutschland aufhalten, um BAföG beantragen zu können. Asylbewerber mit laufendem Asylverfahren können sich leider nicht für BAföG bewerben, da ungeklärt ist, ob sie in Deutschland bleiben können.

Für Studierende ohne deutsche Staatsangehörigkeit gelten ebenfalls Altersgrenzen: Das Studium muss vor der Vollendung des 30. Lebensjahres aufgenommen worden sein, das Masterstudium vor der Vollendung des 35. Lebensjahres.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Förderung auch nach der Überschreitung der Altersgrenze möglich: Studierenden muss beispielsweise ein angemessener Zeitraum zum Erlernen der deutschen Sprach eingeräumt werden. Außerdem kann eine Förderung gewährt werden, wenn ausländische Studierende eine ergänzende oder weitere Ausbildung in Deutschland absolvieren müssen, wenn der im Herkunftsland erworbene Abschluss beispielsweise nicht in Deutschland anerkannt wird.

Können BAföG-Empfänger/innen sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen?

Wenn du BAföG erhältst, kannst du zusätzlich Geld sparen, indem du dich vom Rundfunkbeitrag befreien lässt. Er wird umgangssprachlich auch als GEZ (kurz für Gebühreneinzugszentrale) bezeichnet, heißt aber tatsächlich schon seit 2013 Rundfunkbeitag und die zuständige Stelle heißt nun “ARD, ZDF, Deutschlandradio Beitragsservice” (AZDBS). Die Kosten belaufen sich monatlich auf 17,50 Euro und werden alle drei Monate von jedem Haushalt gefordert. Als BAföG-Empfänger/in kannst du einen Antrag auf Befreiung vom Beitragsservice stellen.

Beachte, dass du den Beitrag wieder zahlen musst, sobald dein Anspruch auf BAföG entfällt. Teile die entsprechenden Änderungen unbedingt dem AZDBS mit, denn die Aufforderung zur Nachzahlung kommt bestimmt!

Solltest du dir einen Haushalt mit Menschen teilen, die sich nicht vom Beitrag befreien lassen können (deine Eltern oder Mitbewohner, die kein BAföG-beziehen), bist du (und dein/e Ehegatte/in, falls vorhanden) zwar von den Zahlungen freigestellt, nicht aber deine Mitbewohner/innen (oder Eltern).

Hat Corona Auswirkungen auf mein BAföG?

Du fragst dich vielleicht, ob Pandemie-bedingte Ausfälle von Seminaren, Vorlesungen und Klausuren sich negativ auf deinen BAföG Anspruch auswirken. Wir können dich beruhigen: Sofern Lehrveranstaltungen oder Prüfungen aufgrund von Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt oder verschoben werden, erhältst du weiterhin BAföG. Wenn du im ersten Semester studierst und der Großteil deiner Veranstaltungen ausgefallen sind, erhältst du ebenfalls BAföG. Die Zeit, in der deine Veranstaltungen ausfallen, wird als vorlesungsfreie Zeit gerechnet.

Achtung: Wenn für deinen Studiengang zwar keine Präsenzveranstaltungen, dafür aber Online-Kurse (digitale Lehrveranstaltungen) angeboten werden, sind diese für dich verpflichtend.

Du erhältst auch dann in den allermeisten Fällen weiterhin BAföG, wenn sich dein Studium aufgrund eines Prüfungsausfalls um ein Semester verlängert. Weitere Informationen findest du auf der Seite Studium & Corona.

Freibeträge für Zuverdienste im Rahmen der Corona-Pandemie

Wenn du neben dem Studium während der Pandemie in systemrelevanten Jobs arbeitest, also etwa im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft, wird dir der Zuverdienst aus diesen Einkommen nur für die Zeit der Tätigkeit angerechnet. Dieses Einkommen wird also nur in den Monaten auf dein BAföG gerechnet, in denen du tatsächlich ein Gehalt bekommst, und nicht wie zuvor auf deinen gesamten Bewilligungszeitraum. Durch diese Regelung sollen Studierende ermutigt werden, bestimmte Sektoren in Zeiten der Pandemie zu unterstützen.

War dieser Text hilfreich für dich?

5,00/5 (Abstimmungen: 5)