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Ernährungswissenschaften Studium

Wie ernähre ich mich richtig? Woraus bestehen einzelne Nahrungsmittel? Und wie wirken diese auf den Körper? Wenn du beim Thema Ernährung schon immer einmal über den Tellerrand hinausblicken wolltest, dann ist das Ernährungswissenschaften Studium genau das Richtige für dich. Wir haben die wichtigsten Infos der Inhalte, Voraussetzungen, Karrierechancen und Hochschulen für dich zusammengestellt.

Allgemeine Infos zum Ernährungswissenschaften Studium

Low-Carb, Trennkost, vegan, proteinreich oder glutenfrei - die Ernährungsgewohnheiten in unserer Gesellschaft werden immer individueller und differenzierter. Ernährungstrends und Mythen werden im Fernsehen und auf Websites wild diskutiert und bewusstes Essen ist zu einem integralen Bestandteil eines gesunden und modernen Lebensstils geworden. Das Ernährungswissenschaften Studium setzt sich mit genau dieser Thematik auseinander: Durch eine Verknüpfung von naturwissenschaftlich fundierten Untersuchungen von Nahrungsmitteln und deren Wirkungsweise auf den Körper und dem Betrachten von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen des Topos Ernährung.

Ob du deine wissenschaftliche Expertise dann im Bereich der Ernährungsmedizin, der Produktentwicklung oder in der Ernährungsberatung in die Praxis umsetzt, bleibt eine Frage der Schwerpunktentwicklung und persönlichen Neigungen. Im Bachelor des Ernährungswissenschaften Studiums bekommst du allerdings in alle vielfältigen Bereiche einen Einblick. Das reicht von Biochemie über Ernährungsphysiologie bis hin zu Ernährungskonzepten, sodass du dann im Master genau den Schwerpunkt legen kannst, der dir den Weg zu deinem Berufswunsch ebnet.

Ernährungswissenschaften Studium:
Alle Infos auf einen Blick.

Bachelor Ernährungswissenschaften - Studium auf einen Blick

Dauer:

  • 6-7 Semester


Form:

  • Vollzeit (überwiegend)
  • Berufsbegleitendes Präsenzstudium
  • Duales Studium
  • Fernstudium

Alle Infos zu den verschiedenen Studienformen

Abschluss:

Infos zu den unterschiedlichen Bachelorabschlüssen

Besonderheiten:

Passende Hochschulen finden

Unser Partnerportal Ernährung-studieren.de listet alle Unis, FHs und Akademien, die ein Ernährungswissenschaften Studium und verwandte Studiengänge anbieten. Einige davon findest du direkt hier:

Studieninhalte

Woraus besteht ein Apfel? Welche chemischen Prozesse sind für den Glückseffekt von Schokolade verantwortlich? Und wie kann ich eigentlich die Energiedichte von einem Cheeseburger bestimmen? Auch Lebensmittel müssen mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht werden, weshalb ein gewisses Interesse in diesem Bereich dir das Studium sicherlich vereinfachen wird.

Denn das Ernährungswissenschaften Studium beginnt im Bachelor zumeist mit einer grundlegenden Wissensvermittlung in den Bereichen Biologie, Physik, Mathematik und Chemie. Zahlen, Formeln und Strukturen werden also erst einmal dein täglicher Begleiter sein. Dazu kommen spezifischere naturwissenschaftliche Fächergruppen wie Anatomie und Physiologie, Molekularbiologie oder Statistik. Hier lernst du den Aufbau des menschlichen Körpers kennen und erfährst ganz genau, wie dein Körper das Schokocroissant vom Frühstück verarbeitet und daraus Energie gewinnt – oder wie das Fett eingelagert wird.

Und schließlich darfst du dich dann ganz konkret an Lebensmittelpyramiden, Ernährungskonzepten und der Vermittlung von Tipps, wie man es schafft, die Fritten gegen die Forelle zu tauschen, ausprobieren. Denn dies zeigen dir Seminare der Ernährungslehre, des Lebensmittelrechts, der Kommunikation und der Diätetik. Dazu werden aktuelle Ernährungsphänomene diskursiv behandelt und an einigen Hochschulen kann ein Praxissemester eingelegt werden, welches erste praktische Erfahrungen und eine berufliche Orientierung bietet.

Auch wenn die Studieninhalte sich ähneln, werden die Schwerpunkte von Hochschule zu Hochschule noch einmal anders gesetzt. Überlege dir also vorher, ob deine Stärken eher in der naturwissenschaftlichen oder laboratorischen Ausrichtung des Ernährungswissenschaften Studiums liegen oder du dich stärker auf den beratenden und kommunikativen Teil fokussieren möchtest. Am besten informierst du dich hier ganz konkret bei deiner Wunsch-Hochschule, die du in der Datenbank unserer Partnerportals Ernährung-studieren.de findest. Oftmals findest du auch schon ein Modulhandbuch auf den jeweiligen Webseiten, in denen alle zu absolvierenden Kurse aufgelistet sind.

Ernährungswissenschaften auf Lehramt studieren

Neben dem regulären Ernährungswissenschaften Studium besteht auch die Möglichkeit, das Fach in lehramtsbezogener Form zu studieren. Einige Hochschulen bieten deshalb ein Studium an, welches zu der Lehre an Berufsschulen oder sogar Gymnasien und Gesamtschulen befähigt. Oftmals geht dies noch mit einem Studium der Hauswirtschaftswissenschaft einher und thematisiert neben Biologie, Chemie und Mathematik auch Lebensmitteltechnologie. Im Falle der Lehramtsbefähigung für Gymnasien und Gesamtschulen, welche den Fokus stärker auf die didaktische Vermittlung richtiger Ernährung setzt, ist das Studium eines weiteren Fachs notwendig.

Voraussetzungen

Formale Voraussetzungen

Um für ein Ernährungswissenschaften Studium zugelassen zu werden, brauchst du das Abitur bzw. das Fachabitur oder eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung. Der Numerus Clausus für dieses Fach lag bei den Hochschulen in den letzten Jahren zwischen 1,3 und 2,9. Ist das Fach NC-frei, so ist es meistens mit einem weiteren Pflichtfach verbunden, welches wiederum die Erfüllung eines NCs beinhaltet.

Studieren ohne Abitur

Du hast kein Abitur, möchtest aber trotzdem an einer Hochschule studieren? Wenn du bereits eine berufliche Qualifikation mitbringst und eine bestimmte Anzahl an Jahren mit einer beruflichen Tätigkeit verbracht hast, dann kannst du dich an der Hochschule deiner Wahl informieren, ob du die Zulassungskriterien trotzdem erfüllst. Es ist möglich, dass du dann noch eine Fortbildungsprüfung ablegen musst - nichtsdestotrotz finden sich auch ohne Hochschulzugangsberechtigung Wege ins Studium.

Zum Beispiel kannst du eine Weiterbildung im Bereich Ernährung absolvieren. Diese unterscheidet sich von der „klassischen“ Berufsausbildung, da der Beruf des Ernährungsberaters nicht geschützt ist. Hier heißt es also genau hinsehen und recherchieren, wo du dein Zertifikat erwirbst. Am besten schaust du nach Qualitätsmerkmalen wie einem TÜV-Siegel oder Stellen, die von offizieller Seite ausgeschrieben sind. Noch mehr Informationen haben wir für dich in einem Extraartikel zusammengefasst, den du auf unserem Partnerportal Ernährung-studieren.de findest.

Persönliche Voraussetzungen

Neben Noten und Abschlüssen solltest du auch ein paar persönliche Voraussetzungen mitbringen, damit dir das Studium zwischen Kochlöffel und Labor auf Dauer nicht auf den Magen schlägt. Das Wort „Wissenschaften“ in Ernährungswissenschaften ist nämlich durchaus wörtlich zu nehmen.

Bevor es in die anwendungsorientierteren Gebiete geht, steht nämlich erst einmal eine ganze Menge Chemie, Biologie und Mathematik auf dem Stundenplan. Du solltest also keine Angst vor Zahlen, Formeln und Tabellen haben. Wenn du denkst, „Na klar, das kann ich!“, wirst du dich bestimmt auch später im Forschungsbereich weiter pudelwohl fühlen. Möchtest du aber mehr in den Anwendungsbereich gehen, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du dir mit Ernährung dein Brot verdienen wirst und dich das Thema tagtäglich begleitet. Da heißt es also nicht nur „Was koche ich heute?“, sondern es geht um ausgeklügelte und wissenschaftlich fundierte Ernährungspläne, die sich mit speziellen Bedürfnissen deiner Klienten auseinandersetzen. Je nachdem, wo du arbeitest, kann dies auch psychisch belastend sein.

Im Bereich der Onkologie stößt du zum Beispiel auf Krebspatienten, die eventuell keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen können oder durch eine Chemotherapie besondere Lebensmittel benötigen. Auch bei Essstörungen wie Magersucht wird oft eine Ernährungsberatung herangezogen. Du solltest also auch empathisch, kommunikativ und belastbar sein, um diese Situationen gut meistern zu können.

Auch sollte es dir Spaß machen, Menschen etwas über Ernährung beizubringen und dein Wissen weiterzugeben. Dabei ist es aber ganz wichtig, ein Gespür für die richtige Kommunikation mitzubringen. Denn wer will schon hören, dass er nun beim allabendlichen Serienschauen Chips durch Chicoree ersetzen muss? Wenn du dich dafür aber gewappnet fühlst, dann steht es außer Frage, dass du ein/e tolle/r Ernährungswissenschaftler/in wirst!

Bewerbung

Do you speak nutrition? Es ist möglich, dass die Hochschule deiner Wahl neben einer bestimmten Schulabschlussnote bei der Bewerbung auch einen Nachweis über deine Englischkenntnisse verlangt. Hier gibt es verschiedene Sprachniveaus, die gefordert sein können. Dein Sprachniveau hängt unter anderem davon ab, ob du Englisch auf Grund- oder Leistungskursniveau bis zum Abitur absolviert hast und wie deine Noten aussahen.

Zudem solltest du dich erkundigen, ob eventuelle Vorpraktika oder Vorkurse vor Antritt des Studiums erbracht worden sein müssen. Wenn du dir also vorab alle Voraussetzungen auf der Website deiner Wunschhochschule gründlich durchliest, kannst du sorglos in dein Studium starten.

Das Ernährungswissenschaften Studium wird sowohl von privaten Hochschulen als auch von staatlichen Hochschulen angeboten. Die Bewerbung erfolgt in der Regel direkt an der Hochschule. Am besten informierst du dich vorab über den genauen Bewerbungsablauf auf den Websites der Unis und Hochschulen, damit du keine wichtige Frist verpasst.

Fristen

Staatliche Hochschulen:

  • Sommersemester bis 15. Januar
  • Wintersemester bis 15. Juli

Private Hochschulen:

Private Hochschulen legen meistens selbst fest, wann die jeweiligen Bewerbungsfristen enden. Deshalb ist hier ein sorgfältiges Recherchieren besonders wichtig, damit du sorgenfrei in dein Wunschstudium starten kannst. 

Berufsperspektiven

Essen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Forschungen zur Lösung des Welthungers, Ernährungsformen und die Auswirkung auf den Körper, die Sicherheit von Lebensmitteln oder Beratungen zu einem gesunden Lebensstil – Experten auf dem Gebiet Ernährung sind gefragter denn je und ein Ende der Nachfrage ist nicht in Sicht.

Ein klassisches Ernährungswissenschaften Studium qualifiziert dich für einen Beruf im bunten und breiten Feld der Ernährung. Wenn du zum Beispiel deine erlernten Fähigkeiten in die Entwicklung neuer Produkte stecken, an den Einflüssen von Ernährung und Nahrung auf den menschlichen Organismus forschen oder Lebensmittel auf ihre Sicherheit prüfen möchtest, bist du im Laborbereich genau richtig.

Aber auch für alle, denen weiße Kittel und Reagenzgläser eher nicht so entsprechen, bietet das Studium viele andere berufliche Optionen. Als Ernährungsberater/in beweist du deine Expertise an Schulen oder Kliniken oder klügelst freiberuflich individuelle Ernährungspläne für deine Klienten aus. Möchtest du lieber lehren, dann ebnet dir ein Studium mit Lehramtsbezug den Weg in die Berufsschulen und Bildungseinrichtungen des Landes.

Und auch für Tüftler und Technologen bietet die Ernährungswissenschaften weite Berufsfelder. Lebensmitteltechnologie und die Entwicklung von Herstellungsverfahren für neue Produkte sind dann genau die Sparten, in denen deine Fähigkeiten zum Ausdruck kommen können.

Gehalt

Da das Ernährungswissenschaften Studium ein so breit gefächertes Spektrum an beruflichen Möglichkeiten bietet, ist es sehr schwer im Bereich des Gehalts eine sichere Aussage zu treffen. Das Gehalt ist von Berufsbild zu Berufsbild sehr unterschiedlich. Ein/e Ernährungsberater/in kann mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.900 Euro brutto monatlich rechnen, wohingegen man in der Qualitätssicherung für Lebensmittel schon mit ungefähr 3.600 Euro pro Monat einsteigen kann. Die Gehälter für den Bereich des Lehramts können den entsprechenden Besoldungstabellen der Bundesländer entnommen werden.

Gehaltsbeispiele für Ernährungswissenschaften

Wir haben dir zur besseren Vorstellung ein paar exemplarische Angaben zum Gehalt herausgesucht:

Position

Branche

Alter & Geschlecht

Gehalt (brutto)

Ökotrophologie | Ernährungswissenschaftler

Forschungsinstitute

28, weiblich

3.827 Euro

Arbeiter/in | Fachlehrer Ernährung und Gestaltung

Bildungsinstitutionen

32, weiblich

4.498 Euro

Medizinische Assistenz | Diätassistentin

Gesundheitswesen 

50, weiblich

2.934 Euro

Ökotrophologie

Lebensmittel / Nahrung, Genuss

30, männlich

2.897 Euro

Quelle: Gehalt.de (August 2021)

Ganz wichtig: Die Zahlen in unserer Übersicht sind nur exemplarisch und natürlich noch von vielen weiteren Faktoren abhängig

Junge Frau im Labor forscht für ihr Ernährungswissenschaften Studium

Master Ernährungswissenschaften - Studium auf einen Blick

Du bist nach deinem Bachelorabschluss immer noch hungrig auf mehr Wissen rund um das Thema Ernährung? Du hast während deines Studiums gemerkt, dass dich eine bestimmte Teildisziplin ganz besonders reizt? Und du hast Lust, noch zwei weitere Jahre an der Uni zu bleiben?

Für den lehramtsbezogenen Studiengang ist ein Masterabschluss Voraussetzung, um sich für eine spätere Lehrstelle qualifizieren zu können. Aber auch für alle Nicht-Lehrer, die Spaß an einer bestimmten Unterdisziplin im Grundstudium gefunden haben, ermöglicht das Masterstudium, dieses Interesse weiter zu fördern.

Ob du nun am liebsten hinter dem Mikroskop die molekulare Struktur von Brokkoli untersucht, die Gesetze zum Lebensmittelrecht wie einen Roman verschlungen oder du deinen Freunden die Vorteile von Grünkohl gepredigt hast, jetzt hast du die Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes der Master deines Faches zu werden.

Formale Voraussetzungen

  • abgeschlossenes Bachelorstudium in Ernährungswissenschaften oder einem fachverwandten Bereich
  • evtl. Bachelornote von etwa 1,9 – 2,5
  • evtl. Nachweis von Englischkenntnissen
  • evtl. Eignungsprüfungen


Persönliche Voraussetzungen

  • Interesse an Naturwissenschaften und gesunder Ernährung
  • für Bildung und Beratung auch Spaß am Umgang mit Menschen

Dauer:

  • 3-5 Semester


Form:

  • Vollzeit
  • Teilzeit
  • Dual
  • Berufsbegleitendes Präsenzstudium
  • Fernstudium


Abschluss:

  • Master of Science (M.Sc.)

Du kannst dich nun auf Bereiche wie molekulare Ernährungswissenschaften, technologische Aspekte, die praktische Lehre oder den medizinischen Sektor durch die Wahl deines Spezialisierungsmoduls festlegen. Eine kleine Fächerauswahl aus den Modulhandbüchern des Masterstudiengangs können sein:

  • Molekulare Ernährung
  • Lebensmitteltechnologie
  • Ernährungsphysiologische Bewertung von Lebensmitteln
  • Angewandte Diätetik

Die Wahl der Schwerpunktsetzungen kann von Hochschule zu Hochschule verschieden sein. Es ist also wichtig vorab zu schauen, welche Hochschule das bietet, was deinen persönlichen Interessen und Stärken am nächsten kommt.

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