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Privat oder staatlich studieren?

Bei der Studienplanung kommt es nicht nur darauf an, was du studieren willst und wo – sondern auch, ob es sich bei der Hochschule um eine staatliche oder eine private Einrichtung handelt. Wir erklären dir hier die jeweiligen Unterschiede, damit du deine Entscheidung bestens informiert treffen kannst.

Bei den meisten Studiengängen hast du die Wahl, ob du sie an einer privaten oder einer staatlichen Hochschule studieren möchtest, es gibt allerdings weiterhin Studiengänge, die in allererster Linie an staatlichen Universitäten (beispielsweise Medizin oder Jura) oder auch überwiegend an privaten Hochschulen angeboten werden. Doch wo genau liegen die Unterschiede der beiden Formen?


Studium an einer privaten Hochschule

Private Hochschulen haben häufig noch mal ein anderes Studienangebot als öffentliche Einrichtungen: die Studiengänge sind häufig sehr spezialisiert und damit auf einen bestimmten Beruf bzw. eine bestimmte Branche ausgerichtet. Wenn du also schon zu Studienbeginn weißt, in welche Richtung du später mal beruflich gehen möchtest, kannst du an privaten Hochschulen und Akademien gezielt nach passenden Studiengängen suchen. Da sind staatliche Hochschulen normalerweise etwas generalistischer gehalten und bieten z. B. „nur“ ein BWL-Studium an, während du bei privaten Anbietern beispielsweise Fächer wie Business Administration oder Modemanagement studieren kannst.

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Was ist gut bei privaten Anbietern?

Bessere Studienbetreuung

Die Studiengruppen an privaten Hochschulen sind grundsätzlich kleiner als an öffentlichen Hochschulen. Je nach Größe des Anbieters werden manchmal auch nur 30 Studierende pro Studiengang zugelassen. Dadurch kennen die Dozent/innen ihre Studierenden viel schneller persönlich und haben zudem mehr Zeit, sich mit jedem einzelnen zu beschäftigen. Die Betreuung erfolgt also viel individueller und auf einer persönlicheren Ebene als das an Unis häufig der Fall ist, vor allem in sehr großen Studiengängen.

Praxisbezogene Lehre und Future Skills

Die Ausrichtung an privaten Hochschule und Akademien ist viel praxisorientierter. Die Dozent/innen kommen oft direkt aus der Wirtschaft, sodass sie aktuelle Tendenzen und Bewegungen direkt an ihre Studierenden weitergeben können. Zudem können sie echte Praxisbeispiele liefern, anwendungsbezogene Skills vermitteln und den Stoff dadurch viel ansehnlicher und verständlicher gestalten. Aber nicht nur die Lehrenden, auch der Lehrplan selbst ist durch obligatorische Praxisphasen, Fallbeispiele und Praxisprojekte, die zusammen mit Unternehmen durchgeführt werden, deutlich auf eine Vorbereitung auf das Berufsleben ausgerichtet.

Fokussierung

Wie wir weiter oben schon erwähnt haben, sind private Hochschulen häufig spezialisiert: Ein Drittel der privaten Hochschulen in Deutschland ist auf einen Fachbereich konzentriert, nur jede sechste hat mehr als vier Fachbereiche (Stand 2020). Das mag man als Nachteil auslegen, wenn man gerne viele Studis mit unterschiedlichen Interessen um sich herumhaben möchte, aber es ist auch ein Vorteil, wenn man sich für eine bestimmte Nische interessiert und in einem Umfeld lernen möchte, dass die Expertise darin bündelt.

Besonders bei Wirtschafts- und Managementthemen blühen die privaten Hochschulen auf: zusammen mit Rechts- und Sozialwissenschaften umfasst dieser Bereich über zwei Drittel der Studierenden an privaten Hochschulen. Und die Diversifikation innerhalb dieser Fachbereiche kann sich ebenfalls sehen lassen, z.B. wenn es um Hotel-, Sport-, Event-, Tourismus- oder Kommunikationsmanagement geht. Auch ein großer Fokus: Gesundheit. Jeder sechste Studierende an privaten Hochschulen lernt in dieser Richtung.

Das sind Studienrichtungen, die du dir auch vorstellen kannst? Dann schau dich in unseren Datenbanken dazu um und besuche unsere zugehörigen Partnerportale! Natürlich findest du in unseren Datenbanken auch zahlreiche staatliche Hochschulen.

Moderne Ausstattung

Private Einrichtungen sind in der Regel – auch wegen der Studiengebühren – auf dem neuesten Stand der Technik und haben ihren Sitz in relativ neuen Gebäuden, die zeitgemäß eingerichtet sind. Gerade der Technik-Aspekt kann auch einen ganz neuen Anreiz beim Lernen bilden: Mit einer modernen Ausstattung lernt es sich oft leichter und bequemer.

Digitalisierung und Flexibilität

Hand in Hand mit der modernen Ausstattung geht, dass private Hochschulen – schon vor Corona – in der Regel die Nase vorn hatten und haben, wenn es um das virtuelle Lernen und sogar das Absolvieren von Prüfungen geht. Es ist zum Beispiel inzwischen durchaus möglich, ein Fernstudium komplett online zu machen. Für Menschen, die flexibel lernen möchten, sei es wegen einem Job, der Familie oder weil sie sich nicht örtlich binden wollen, haben private Hochschulen oft eigene Studienmodelle.

Apropos Digitalisierung: Ein Drittel der privaten Hochschulen bietet auch mehr als einen spezialisierten Studiengang an, der Digital Skills vermittelt (Stand 2020). Dazu gehören zum Beispiel:

Kontakte knüpfen

Durch die Dozierenden, die zum Teil zusätzlich in der Wirtschaft aktiv sind, und durch die verschiedenen Praxisprojekte, hast du schon im Studium die Möglichkeit, ein Netzwerk aufzubauen und wichtige Kontakte zu knüpfen. Dadurch hast du nach Ende deines Studiums schon einige Ansprechpartner/innen für Bewerbungen. Wenn man dich in den Unternehmen bereits kennt oder dich ein/e Mitarbeiter/in weiterempfiehlt, ist das viel Wert.

Inzwischen fragst du dich vermutlich schon, welches denn überhaupt so die größten Privathochschulen in Deutschland sind. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. hat 2020 in seiner Studie "Private Hochschulen" die Top Five der größten privaten Hochschulen, gemessen an der Zahl der Studierenden, gelistet:

  1. FOM Hochschule für Oekonomie & Management
  2. IUBH (jetzt IU!) Internationale Hochschule
  3. Hochschule Fresenius
  4. Hamburger Fern-Hochschule
  5. SRH Verbund

Wenn du den Links folgst, landest du auf einem unserer Partnerportale, auf denen die jeweilige Hochschule ein großes Angebot an Studiengängen präsentiert, du findest sie aber auch auf unseren anderen Portalen und ggf. mit unterschiedlichen Studienmodellen und sogar unterschiedlichen Hochschulausrichtungen (so hat die SRH z.B. auch eine SRH Hochschule für Gesundheit).

Ohne Spitzennoten (oder Abi) studieren

Zwar gibt es auch an staatlichen Hochschulen zahlreiche Studiengänge ohne N.C.-Hürde, es fragt sich nur, ob das immer die Studiengänge sind, die du studieren möchtest.

An privaten Hochschulen werden persönliche Auswahlgespräche und, seien wir ehrlich, deine Studiengebühren, in der Regel stärker gewichtet als dein Schulabschluss. Zudem kann ohne Abitur zu studieren hier oft leichter sein, z.B. mit beruflicher Erfahrung. Es gibt aber ebenso Studiengänge, die die Hochschulreife voraussetzen, informiere dich deshalb immer gründlich vorab. Und um fair zu sein: Auch staatliche Hochschulen und ganze Bundesländer öffnen sich zunehmend gegenüber Studierenden ohne Abitur.

Vielfalt im persönlichen Hintergrund der Studierenden

Wenn es um das Studienfeld geht, sind private Hochschulen tendenziell fokussiert, für die Studierenden gilt aber eher das Gegenteil: Da private Hochschulen sehr viel Wert auf Studierendenservice und Flexibilität legen, findet man hier häufig nicht nur den „klassischen“ Studierenden, also zwischen 18 und 27, ledig, kinderlos und im Vollzeitstudium.
25 Prozent der Studierenden an privaten Hochschulen sind über 30 Jahre alt, unter ihnen auch solche, die berufstätig sind oder eine Familie haben, und dir vielleicht mit der einen oder anderen Lebensweisheit aushelfen können.

Vielleicht gehörst du ja auch zu den Menschen, die gerne neben dem Beruf oder aus der Ferne studieren möchten. Infos dazu findest du zum einen in unserem Artikel zu den verschiedenen Studienformen und zum anderen in aller Ausführlichkeit und mit den passenden Studiengängen und Hochschulen auf unserem Partnerportal Studieren-berufsbegleitend.de.

Was spricht gegen eine private Hochschule?

Studiengebühren

Während öffentliche Hochschulen vom Staat finanziert werden, sind private Anbieter auf die Studiengebühren ihrer Studierenden angewiesen, um die laufenden Kosten für Dozenten, Material und Gebäude decken zu können. Die Studiengebühren solltest du nicht unterschätzen, denn die liegen meistens bei mehreren tausend Euro pro Semester. Insgesamt kann dich das Studium also auch schnell 20.000 Euro kosten. Da bekommt die Studienfinanzierung noch mal einen ganz anderen Stellenwert, denn zu den Studiengebühren kommen ja auch noch mal die „normalen“ Kosten wie Miete, Lebensmittel und Freizeit. Aber: In der Regel ist das Studium das Geld wert, denn du bekommst ja auch einiges dafür geboten.

Auf staatliche Anerkennung achten

Private Hochschulen müssen staatlich anerkannt sein, um akademische Bachelor- und Masterabschlüsse verleihen zu dürfen. Darauf solltest du achten. Denn während (Fach-)Hochschulen in der Regel immer staatlich anerkannt sind, kann es dir bei Akademien passieren, dass du am Ende des Studiums „nur“ ein Zertifikat bekommst. Aber: viele Anbieter, die keine staatliche Akkreditierung haben, kooperieren mit staatlichen Hochschulen. Das bedeutet, dass du einen Teil deines Studiums an der Akademie und einen Teil an der Hochschule absolvierst und die Hochschule dir zum Schluss den Bachelortitel verleiht.

Noch ein Extra-Tipp: Falls du dir vorstellen kannst, eine Laufbahn in der Wissenschaft einzuschlagen, solltest du dich frühzeitig informieren, ob und wie du von einem Studium an einer privaten Hochschule zu einer Promotion gelangen kannst – die meisten privaten Hochschulen haben nämlich kein Promotionsrecht.

Wenn dich weitere Facts zu privaten Hochschulen interessieren, empfehlen wir dir die Studien „Private Hochschulen“ des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft e.V. von 2020 und die „Erfolgsgeheimnisse privater Hochschulen“ vom Centrum für Hochschulentwicklung von 2017, aus denen wir einige unserer Punkte entnommen haben.

Den Entschluss zur Hochschulform schon gefasst und auf der Suche nach dem richtigen Studiengang? Finde alle unsere Studiengänge von A-Z (einmal aufklappen)!

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Studium an staatlichen Hochschulen

Zu den staatlichen Hochschulen zählen auf jeden Fall immer die Universitäten, da kannst du dir also sicher sein, dass es sich um eine staatliche Einrichtung handelt. Bei Fachhochschulen gibt es auch eine ganze Reihe an staatlichen Hochschulen, allerdings musst du da genau darauf achten.

Tipp: Falls du noch haderst, ob es eher eine Uni oder eine Fachhochschule für dich sein soll, empfehlen wir dir unseren Artikel "Universität oder Fachhochschule?"

Was macht eine staatliche Hochschule aus?

Keine Studiengebühren

An staatlichen Hochschulen werden in der Regel keine Studiengebühren (mehr) erhoben, du musst lediglich einen Semesterbeitrag bezahlen, der je nach Hochschule unterschiedlich hoch ausfallen kann. Grundsätzlich kannst du aber auf jeden Fall mit 200 Euro pro Semester rechnen. In den meisten Fällen ist in diesem Semesterbeitrag auch schon ein Ticket für den Nahverkehr inkludiert (häufig gilt das Ticket sogar für das ganze Bundesland), sodass du zumindest schon mal keine Fahrtkosten mehr zusätzlich zahlen musst.

Wissenschaftliche Ausrichtung

An Universitäten und staatlichen Fachhochschulen liegt der Fokus ganz klar auf der Wissenschaft und der Forschung und weniger auf praktischen Inhalten. Das hat Vorteile, zum Beispiel wenn du sowieso eine wissenschaftliche Karriere planst und promovieren möchtest, denn damit bist du an einer Uni auf der sicheren Seite. Wenn du allerdings eher praktisch veranlagt bist und dein erlerntes Wissen gerne sofort anwenden möchtest, sieht das an staatlichen Hochschulen nicht so gut aus.

Große Flexibilität

Das Studienangebot an staatlichen Einrichtungen ist sehr groß und du hast fast die freie Wahl, wenn es um Fachbereiche und Studiengänge geht. Zudem ist ein Vorteil an Unis, dass du relativ viel Freiheit hast bei der Gestaltung deines Studienplans, in dem du aus verschiedenen Seminaren und Vorlesungen aussuchen kannst. Das ist zwar durch die Modularisierung der Studiengänge wegen der Änderung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse mittlerweile nicht mehr ganz so flexibel wie früher, aber grundsätzlich hast du häufig immer noch die Wahl innerhalb von Modulen.

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Was ist nicht so gut an staatlichen Hochschulen?

Überlaufene Studiengänge

An staatlichen Hochschulen sind die Studiengänge oft sehr voll, sodass es durchaus vorkommen kann, dass du dein Wunschseminar nicht bekommst, weil alle Plätze bereits vergeben sind oder dass du auf dem Boden sitzen musst. Dadurch wird das ganze Studium auch sehr anonym und du kannst schnell in der Masse untergehen. Um bei Dozenten aufzufallen, musst du aktiv werden, beispielsweise durch rege Mitarbeit.

Veraltete Ausstattung

An staatlichen Hochschulen mahlen die Mühlen langsam. Das heißt, bis sich die neueste Technik auch an Universitäten durchsetzt, kann schon mal einige Zeit vergehen. Genauso kann es sein, dass die Hochschulgebäude größtenteils renovierungsbedürftig sind. Mit modernen Räumen solltest du an staatlichen Einrichtungen also eher nicht rechnen, allerdings muss man auch sagen, dass Unis in der Regel ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel haben.



Und was ist jetzt besser?

Wie bei so vielen Dingen, gilt auch hier: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Tatsächlich hängt es von verschiedenen Faktoren und deinen Vorlieben ab, ob du staatlich oder privat studieren solltest: Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Welcher Studiengang kommt in Frage für dich? Bist du eventuell an eine Region gebunden? Diese Fragen sind entscheidend, wenn es darum geht, eine Hochschule zu finden. Für deine spätere Karriere macht es in der Regel keinen Unterschied, ob du staatlich oder privat studiert hast.

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