Assessment Center

Gut vorbereitet

Assessment Center – das erwartet dich

Große Unternehmen und solche, die jedes Jahr viele Bewerbungen bekommen, veranstalten häufig ein Assessment Center (AC), also ein Auswahlverfahren, um aus der Menge der guten Bewerbungen die besten Kandidaten herauszufiltern. Bei einem AC werden mehrere Bewerber eingeladen und auf verschiedensten Wegen getestet, um die Persönlichkeiten der Bewerber besser kennenzulernen. Das dauert häufig mehrere Stunden, manchmal einen ganzen Tag oder sogar zwei. Wie ein Assessment Center abläuft und welche Aufgaben bewältigt werden müssen, ist von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.

Wenn du zu einem solchen Verfahren eingeladen worden bist, ist deine Bewerbung also schon mal gut angekommen. Allerdings hast du noch einige Konkurrenten. Um in die nächste Runde zu kommen – das ist dann häufig schon das persönliche Vorstellungsgespräch – solltest du dich also gut vorbereiten. Deshalb geben wir dir hier ein paar Tipps und sagen dir, mit welchen Aufgaben du in einem Assessment Center rechnen musst.

Typische Aufgaben in einem Assessment Center

Präsentationsaufgabe

Du erhältst den Auftrag eine kleine Präsentation zu erstellen und diese dann vorzutragen. Das könnte zum Beispiel so aussehen: Du erarbeitest zu einem vorgegebenem oder frei gewählten Thema innerhalb von 30 Minuten eine Präsentation, zum Beispiel an einem Flipchart oder mit weiterem bereitgestellten Material. Diese stellst du dann anschließend in 5 Minuten vor der gesamten Gruppe vor. Das Thema kann einfach heißen „Stelle deine eigene Person vor und berücksichtige dabei deine Erwartungen an den Arbeitgeber“. Es kann aber auch konkret auf Unternehmensprozesse bezogen sein, zum Beispiel mit Fragen wie „Welche Strategien sollte unser Unternehmen verfolgen, um mehr Neukunden zu gewinnen?“.

Egal, wie die Aufgabenstellung konkret aussieht – es geht hierbei nicht darum, ein fertiges, komplett durchdachtes Konzept zu liefern. In erster Linie sollst du zeigen, dass du mit Zeitdruck umzugehen weißt, kompetent vortragen kannst und die Zeitvorgaben einhältst.

Spontanvortrag

Ein spontaner Vortrag wird auch Stegreifrede genannt. Es geht darum auf Zuruf eines Stichwortes einen kleinen Vortrag zu halten. Zum Beispiel zu einem aktuellen Thema. Jetzt denkst du vielleicht, dass man solch eine Aufgabe nicht üben kann, weil man ja nie weiß, zu welchem Thema man etwas spontan sagen soll. Doch das ist falsch: Auch Spontanvorträge kann man üben. Und zwar, indem man sich überlegt, welche Strategie man verfolgt.

Nehmen wir mal an, das Stichwort heißt Dosenpfand. Zu allererst ist es wichtig, einmal kurz in das Thema einzuführen (Dosenpfand ist…). Anschließend hast du die Wahl: Du könntest nun eine pro-contra-Gegenüberstellung vornehmen (Dosenpfand ist sinnvoll, weil… Kritisch sehe ich aber, dass…). Eine andere Möglichkeit wäre eine Entwicklung, also einen historischen Verlauf aufzuzeigen (Der Dosenpfand wurde vor x Jahren eingeführt, um… Heute…. In Zukunft…). Hast du vielleicht sogar richtig Ahnung von dem Thema kannst du dir auch nur einen einzelnen Aspekt rausnehmen und diesen mit einer Argumentationskette genau vorstellen (Der Dosenpfand hat einen entscheidenden Beitrag zum Umweltschutz geliefert, weil … [Argument 1, 2, 3]).

Für welche Struktur du dich auch entscheidest, wichtig ist ein kleines Fazit. Darin fasst du noch einmal grob die gesagten Inhalte zusammen, um deinen Beitrag abzurunden.

Gruppenaufgabe

Gruppenaufgaben sind bei Assessment Centern sehr populär, denn hier kann man u.a. schnell sehen, wie teamfähig die Bewerber sind. Du solltest dich auf jeden Fall darauf einstellen, dass du in einer Gruppe eine Aufgabe lösen musst.

Teilweise werden zu diesem Zweck mehrere Kleingruppen gebildet, die alle dieselbe Aufgabe erhalten. Das könnte zum Beispiel sein, dass ihr mit bereit gestelltem Material etwas basteln müsst, das bestimmte Anforderungen erfüllen soll und das natürlich unter einer bestimmten Zeitvorgabe. Es geht hier also neben der Teamfähigkeit also auch um Kreativität und Ideenfindung sowie Zeitmanagement. Wenn deine Gruppe dann auch noch mit den anderen Gruppen konkurriert (zum Beispiel, weil die Ergebnisse im Anschluss miteinander verglichen werden), wird hier außerdem ersichtlich, wie die Bewerber unter Konkurrenz handeln. Das macht ersichtlich, warum Gruppenaufgaben beliebtes Mittel in Auswahlverfahren sind: Sie ermöglichen gute Einblicke in die Persönlichkeiten der Kandidaten.

Gruppendiskussion

Meistens werden dafür Kleingruppen (ca. 4 – 6 Personen) gebildet, wobei jede Gruppe ein Thema vorgegeben bekommt. Es kann sogar sein, dass du zu Beginn aufgefordert wirst eine Pro- oder Contra-Position einzunehmen.

Nun geht es darum dich in die Diskussion einzubringen. Du sollest dich aktiv beteiligen, um den Personalverantwortlichen positiv aufzufallen. Gleichzeitig solltest du aber darauf achten, dich nicht zu sehr in den Vordergrund zu drängen und vor allem die Regeln eines respektvollen Miteinanders zu berücksichtigen: Lass die anderen Gruppenmitglieder ausreden. Diese Balance zu halten ist gar nicht so einfach. Und natürlich hängt dein Erfolg hier auch stark von der Gruppenkonstellation ab.

Rollenspiel

Bei einem Rollenspiel wirst du aufgefordert in eine bestimmte Rolle zu schlüpfen und zusammen mit einem oder mehreren Teilnehmern eine Situation durchzuspielen. Es ist zum Beispiel möglich, dass du dich in die Lage eines Mitarbeiters des Unternehmens versetzen  musst, der von einem Kunden mit einer Beschwerde konfrontiert wird. Es geht also darum, sich in einer Konfliktsituation angemessen zu verhalten. Das ist gar nicht so einfach. Sollte eine solche Aufgabe auf dich zukommen, bei der eine Krisensituation nachgespielt wird, verhalte dich auf jeden Fall ruhig, alles andere wäre unprofessionell.

Wissenstest

Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist ein klassischer Wissentest Teil eines Assessment Centers. In solchen Tests werden häufig zunächst Fragen der Allgemeinbildung abgefragt, zum Beispiel im Multiple Choice verfahren. Es kann also nicht schaden, im Vorfeld solche Tests zu üben. Im Internet findet man dazu zahlreiche Möglichkeiten. Es macht auch Sinn sich zu vergewissern, ob man die wichtigsten historische Daten und Persönlichkeiten richtig im Kopf hat.

Neben der Allgemeinbildung musst du mit weiteren Aufgaben rechnen, die dein Matheverständnis, dein Vorstellungsvermögen oder deine Fähigkeit zum logischen Denken testen. Selbst wenn du in Mathematik keine Leuchte warst, wirst du mit etwas Vorbereitung auch diese Aufgaben meistern können. Bei den Rechenaufgaben handelt es sich in der Regel um Dinge, man auch im Alltag braucht, zum Beispiel Dreisatz, Prozent- und Bruchrechnung. Aufgaben, die Vorstellungsvermögen oder logisches Denken erfordern, werden oft mit Bildern dargestellt. Zum Beispiel erhältst du eine Reihe mit Abbildungen und musst herausfinden, welche Abbildung nicht in die Reihe passt oder wie eine weitere Abbildung aussehen müsste.

TIPP: Nichts kann man besser üben als den schriftlichen Wissenstest: Allein, wenn die dir Aufgabenformate bereits bekannt sind, sparst du dir jede Menge Zeit und Stress und kannst direkt anfangen. Nimm die also vor einem Assessment Center Zeit mehrere Wissenstests und Aufgaben zum logischen Denken zu üben.

Persönlichkeitstest

Eine weitere Testform, die Bestandteil eines schriftlichen Tests sein kann, ist der Persönlichkeitstest. Dir werden beispielsweise Situationen erläutert und mehrere Antwortmöglichkeiten vorgeben. Anhand deiner Antworten wird ein Persönlichkeitsprofil erstellt: Was für ein Typ Mensch bist du? Aktiv oder passiv, introvertiert oder extrovertiert, kreativ oder angepasst, spontan oder nachdenklich, offen oder kritisch.

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Nicht nervös machen lassen

Ein Assessment Center ist eine stressige Angelegenheit, denn schließlich müssen alle Aufgaben unter Zeitvorgabe erfüllt werden. Genau das ist aber beabsichtigt. Bei einem AC werden weniger fachliche Fähigkeiten getestet. Vielmehr geht es um deine Soft Skills, wie Teamfähigkeit, der Umgang mit Stress-situationen, Kreativität oder eine strukturierte Arbeitsweise. Lass dich also nicht aus der Ruhe bringen. Alle anderen sind in der gleichen Situation wie du.

Assessment Center Vortrag
Assessment Center Präsentation

Die größte Herausforderung bei einer Gruppendiskussion…

…. ist deutlich hervor zu stechen und gleichzeitig die anderen Teilnehmer nicht zu überrennen.

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Wissenstest

Was du sonst noch beachten solltest

Bei einem Assessment Center triffst du auf die Personen, die darüber entscheiden, wer weiter kommt und wer nicht. Und deshalb gilt es einen guten Gesamteindruck zu hinterlassen. Mach dir also Gedanken, was du anziehen wirst. Für die Kleiderwahl gilt das gleiche wie für ein Vorstellungsgespräch: Es muss dem Job angemessen sein. Im Zweifel kleide dich lieber zu schick als zu locker.

Kleidung Vorstellungsgespräch