Der erste Tag an der Uni

Neu an der Uni

Tipps für deinen Start ins erste Semester

Der erste Tag an der Uni steht bevor – da gibt es einiges zu beachten, wenn du nicht nur Fettnäpfchen vermeiden, sondern diesen Tag zu einem vollen Erfolg machen willst. Damit dir das auch gelingt, hier ein par nützliche Infos.

Herzlichen Glückwunsch – du hast eine Zusage zu deinem Wunschstudium bekommen, hast dich erfolgreich eingeschrieben und die ganze Nacht kein Auge zugedrückt. Und nun ist er da, der erste Tag an der Uni. Dein Kopf ist entweder komplett leergefegt oder vollgestopft mit unzähligen Fragezeichen und trotzdem bist du bereit, auf dem Pfad Alexander von Humboldts zu wandeln und die Welt der Wissenschaft im Sturm einzunehmen. Moment! Erstmal tief durch atmen und dann da anfangen, wo es am meisten Sinn macht: am Anfang.

Wer zu weit geht, hat die Orientierung verloren: kenne deinen Campus

Bevor du in Richtung goldene Zukunft aufbrichst, solltest du erstmal wissen, wie man dort hinkommt. Und das ist durchaus wörtlich gemeint, denn die Anreise zur Uni muss genau so vorbereitet sein, wie alles andere. Selbst wenn du in deiner Heimatstadt studierst, warst du vermutlich noch nie auf dem Campus. Also schau dir den Lageplan genau an. Im Lehrplan findest du normalerweise die Angaben zu den Veranstaltungsräumen. Doch die Zusammensetzung der Raumnummern ist oft ein Fach für sich und will ebenfalls studiert sein.

Ist die Uni groß, so verfügt sie möglicherweise über in der ganzen Stadt verteilte Gebäude. Und sie alle haben eigene Raumbezeichnungen und – nummern. Um unnötige Schweißausbrüche zu vermeiden, während du an deinem ersten Tag kilometerlange Flure und Säle durchforstest, ist es ratsam, alle Entfernungen der einzelnen Veranstaltungsräume wenigstens grob zu kennen.

Manche Hochschulen haben praktische Lagepläne, bei anderen ist man eher auf Eigenrecherche und Google Maps angewiesen. So oder so sparst du dir eine Menge Frust, wenn du genau weißt, wohin du gehen musst. Natürlich kann man immer jemanden fragen, doch auch hier gilt: Bei großen Hochschulen kennen die Studenten nur selten alle Bereiche. Liegen die Räume wirklich weit voneinander entfernt, sollte man auch eventuelle Bahn- und Busverbindungen recherchieren. Wenn du die Möglichkeit dazu hast, gehe schon vor Beginn der Vorlesungen hin und mache dir ein eigenes Bild.

Die akademische Viertelstunde? So what!

Solltest du mal von der akademischen Viertelstunde gehört haben, nach der es Konsens ist, bei allen Veranstaltungen 15 Minuten später aufzukreuzen, als auf dem Lehrplan angegeben, so vergiss das bitte zunächst ganz schnell. Die Dozenten haben ganz eigene Vorstellungen von der zeitlichen Gestaltung ihrer Veranstaltungen und es ist nicht sehr empfehlenswert, bei deinen Einführungskursen die Einleitung zu verpassen. Die akademische Viertelstunde war ursprünglich dazu gedacht, es den Studierenden zu erleichtern, die Räume zwischen den Veranstaltungen zu wechseln.

So begannen Veranstaltungen eine Viertelstunde später als angegeben und hörten eine Viertelstunde früher auf. Auf diese Weise konnte man sich auch an einem weitläufigen Campus, wie dem der Uni Köln, für zwei direkt aufeinanderfolgende Veranstaltungen anmelden. An vielen Universitäten ist die akademische Viertelstunde mittlerweile abgeschafft. Stattdessen beginnen die Veranstaltungen dort in der Regel zur vollen Stunde und gehen 90 Minuten.

Des Studenten neue Kleider – Der erste Eindruck zählt?

Mach dir nicht zu viele Gedanken über dein optisches Erscheinungsbild. Klar – weder Opernkleid noch Fußballtrikot sind die naheliegenden Optionen für den ersten Tag. Auch ein gesundes Maß an Körperhygiene sollte selbstverständlich sein. Ansonsten interessiert sich eigentlich keiner dafür, ob du einen Pulli mit dem Unilogo trägst oder ein Shirt mit Che Guevara. Fühl dich einfach wohl, wie du bist. Du wirst sowohl an deinen Mitstudierenden, als auch den Dozenten schnell merken, wie unterschiedlich sich alle geben und ein Gefühl für angemessenes optisches Auftreten entwickeln.
Mehr Wert solltest du darauf legen, wie du dich in den Veranstaltungen benimmst. Egal wie beliebt und erfolgreich du in der Schule warst – an der Uni fängst du als „Ersti“ ganz unten an. Das heißt nicht, dass du dir irgendwelche Schikanen gefallen lassen musst, doch ein gewisses Maß an Zurückhaltung ist am Anfang durchaus empfehlenswert. Egal wie clever du bist oder dir vorkommst – Besserwisser mag keiner. In den Veranstaltungen wirst du mit Kommilitonen zusammenkommen, die teilweise schon viel länger dabei sind als du und entsprechend mehr Ahnung haben. Auch hier ist es gut, sich erstmal bescheiden zu geben.

Wer nicht fragt, bleibt dumm

Es mag zunächst einschüchternd sein, in einem Vorlesungssaal vor 200 Leuten dem Dozenten Fragen zu stellen. Doch genau so läuft der wissenschaftliche Austausch nun mal – wenn Fragen denn überhaupt zugelassen sind. Geh aber auf Nimmer sicher, dass du den Ablauf nicht ständig mit nervigen Kleinfragen störst. Viele Informationen zur Veranstaltung lassen sich auch im Internet finden und die sollte man kennen. Auch Fragen, die nur dich persönlich betreffen, müssen nicht öffentlich gestellt werden. Das nervt deine Mitstudenten und raubt Zeit. Schicke dem Dozenten lieber eine E-Mail oder gehe nach der Veranstaltung zu ihm – die meisten nehmen sich im Anschluss Zeit für Fragen.
Vor dem offiziellen Start führen viele Fachschaften sogenannte Einführungstage durch. Diese können ein schöner Weg sein, deine Uni und auch einige der älteren Studenten kennenzulernen. Meistens sind diese Veranstaltungen ein netter Mix aus nützlichen Infos, Sightseeing und Bierverkostung. Auch die Partys für Erstsemester sind kein schlechter Weg, um schnell Kontakte zu knüpfen – wenn man die meist ziemlich schlechte Musikbeschallung ignorieren kann. Ihr werdet sehen, je mehr ihr mit Leuten ins Gespräch kommt, desto spannender und spaßiger wird euer Studium.

 

Der Teufel steckt im Detail…

Zu Beginn werdet ihr mit Informationen erschlagen – macht euch deswegen nicht verrückt. Tausende Zugangsdaten, sei es das Passwort für W-LAN am Campus oder für die universitätseigene Stundenplansoftware werden auf euch einstürzen. Es empfiehlt sich, von Anfang an strukturiert und gut organisiert an das Ganze heranzugehen. Legt euch Mappen an, die ihr thematisch gliedert und heftet alles ab, was man euch in die Hand drückt. Manche Dinge können erst ein oder zwei Jahre später für euch relevant werden. Spätestens dann freut ihr euch aber darüber, nicht alles aufwändig rekonstruieren zu müssen.
Kümmert euch auch früh genug um eure Bibliothekskarten sowie die Kopierkarten, mit denen viele Unis arbeiten. Diese müsst ihr wie eine Handykarte vor Benutzung aufladen und zahlt dann für jede kopierte Seite einen bestimmten Betrag (ca. 5 Cent). In diesem Zusammenhang werdet ihr vermutlich auch das verwirrende Wort „Handapparat“ zu hören kriegen. Diesen müsst ihr dann irgendwo finden. Cool bleiben – was sich so unverständlich anhört, ist im Prinzip ein einfacher Ordner mit Textvorlagen, der irgendwo (meist in der Fachbibliothek) vom Dozenten oder seinen Assistenten aufgestellt wurde. Dort findet ihr beispielsweise Texte, die ihr für Seminare oder Vorlesungen vorbereiten müsst. Manchmal ist der Handapparat für das ganze Semester komplett und ihr könnt ihn am Stück kopieren (das dauert!). Oder er wird Woche für Woche erweitert. So oder so muss man bedenken, dass ihr nicht die einzigen seid, die an den Ordner wollen – eventuelle Stoßzeiten sollten bei der Tagesplanung bedacht werden. Grundsätzlich gilt – in den Pausen sind die meisten Kopierer besetzt. Wenn ihr könnt, dann nutzt dafür eure Freistunden.
Gleiches gilt für die Mensa, so ihr denn eine habt. Vor allem auf großen Unis ist die Mensa zu bestimmten Zeiten rappelvoll. Wenn ihr keine Lust auf Schlangen habt, versucht eine halbe Stunde vor- oder nach der Rushhour zu kommen. Die Essenspläne findet ihr in den meisten Fällen vorab im Internet, oft sogar als praktische Apps.

Vorstellungsgespräch Kleidung